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Insel-Kirche wird Flüchtlingsquartier

Damp Insel-Kirche wird Flüchtlingsquartier

Auch das Amt Schlei-Ostsee bekommt mehr Flüchtlinge zugewiesen, als bisher geplant. Um all die Menschen unterbringen zu können, geht die Gemeinde Damp jetzt ungewöhnliche Wege: Sie schafft Platz in der Insel-Kirche. 13 Menschen könnten im ehemaligen Gotteshaus leben.

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Im Amt Schlei-Ostsee müssen mehr Asylbewerber untergebracht werden. Walter Wiegand, Propst Sönke Funck, Gunnar Bock, Rainer Röhl, René Kinza, Horst Böttcher und Carsten Scheller (von links) verkündeten die Konsequenz daraus: Die ehemalige Insel-Kirche in Damp wird in Zukunft Quartier für Flüchtlinge.

Quelle: Rainer Krüger

Damp. Die Zahl zwingt zum Handeln. Vor fünf Tagen wurde für das Amt Schlei-Ostsee offiziell bekanntgegeben, womit Amtsdirektor Gunnar Bock sowie René Kinza und Carsten Scheller vom Ordnungsamt insgeheim schon gerechnet haben. Zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöht der Kreis seine Zuweisung von Asylbewerbern. Statt bisher 135 müssen bis Jahresende in den 19 Gemeinden 197 Flüchtlinge untergebracht werden. Deshalb wird die ehemalige Insel-Kirche im Ostseebad Damp zum Quartier für Asylbewerber. Obwohl die Gremien des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde noch nicht ihre endgültige Zustimmung gegeben haben, geht Propst Sönke Funck davon aus, dass es zur Vermietung des einstigen Gotteshauses und Pastorats ans Amt kommt. „Dort könnten bis zu 13 Personen untergebracht werden.“ Auch sonst haben sich die Amtsmitarbeiter umgeschaut. „In Kosel wurde ein Objekt mit Platz für bis zu zwölf Personen angemietet“, so Kinza. Dazu kommen noch zwei Wohnungen für je mindestens vier Flüchtlinge im Damper Ortsteil Vogelsang-Grünholz. Dort will das Amt auch seine Außenstelle umbauen. Das Ziel: Im seit Jahren leer stehenden Flügel soll bis zum 1. November Raum für 18 Asylbewerber entstehen. Auch wenn das alles geschafft ist, bleibt noch viel zu tun. Für 35 Flüchtlinge sucht Kinza weiter Unterkünfte.

 „In Damp ist eine Willkommenskultur vorhanden“, stellt Damps Bürgermeister Horst Böttcher (SPD) fest. Das beweisen die gut 15 ehrenamtlichen Betreuer, die sich unter anderem um die bereits über 20 Flüchtlinge kümmern, die im ehemaligen Hotel Alte Schmiede untergebracht sind.

 Diese und noch andere Freiwillige unterstützt nun auch der Kirchenkreis verstärkt. Deshalb beschäftigt er seit Mitte August Walter Wiegand als Koordinator für Flüchtlingsarbeit. „Er hilft, den Helfern zu helfen“, beschreibt Funck die Aufgaben Wiegands. Dazu gehört die Beratung der wohl über 100 ehrenamtlichen Betreuer im Kirchenkreis.

 „Das Amt will von der bisherigen Praxis der dezentralen Unterbringung in einzelnen Wohnungen oder Wohngruppen nicht abweichen. Eine Unterbringung in Containern, Zelten oder Sporthallen soll es nicht geben“, sagt Kinza. Er gibt zu, dass derzeit „unkonventionelle Wege“ gegangen werden, denn normalerweise müssten Anmietungen erst vom Amtsausschuss beschlossen werden. Allerdings erfordere „die Ausnahmesituation“ schnelles Handeln.

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