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Der Magier von Gettorf

Zauberei Der Magier von Gettorf

Er coachte einen Vize-Weltmeister im Zaubern, fachsimpelte mit Superstar David Copperfield beim Kaffeetrinken und führte HSV-Fußballern seine Kunststücke vor: Andreas Affeldt aus Gettorf ist über 30 Jahre Mitglied im Magischen Zirkel. Der 54-Jährige verrät, was einen guten Zauberer ausmacht. Zudem räumt er mit einem Irrtum auf.

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Zaubert seit seinem zwölften Lebensjahr: Karten-Kunststücke sind die große Leidenschaft von Andreas Affeldt aus Gettorf, der sogar an Magie-Büchern mitschrieb.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Im Beruf jongliert Affeldt eher mit Zahlen. Er qualifiziert angehende Bankfachwirte. Als Zauberer sind Karten sein Fachgebiet. Es wirkt so einfach, wenn Herz-Dame & Co. durch seine Hände gleiten. Wie durch Geisterhand landet eine Spielkarte gefaltet in einer Streichholzschachtel. Hunderte Kunststücke beherrscht der Zauberer. Einen Trick verraten? Affeldt schüttelt mit Verweis auf den Magischen Zirkel den Kopf: „Es gibt eine Ausschlussklausel.“ Wer jedoch im Internet stöbere, entdecke dort Lösungen. Doch daran sind die meisten Zuschauer nach seiner Einschätzung gar nicht interessiert. Affeldt: „Man muss sie dazu bringen, dass sie dorthin gucken, wo sie hingucken sollen.“ Es geht um Lenkung, Manipulation und Illusion. Ein Magier benötigt dazu Fingerfertigkeit und Übung.

 „Im zwölften Lebensjahr habe ich mit dem Zaubern begonnen“, denkt der gebürtige Eutiner zurück. Aus der Zeitung erfuhr Affeldt von einem Spezialgeschäft in Hamburg. Er besuchte den Zauberladen, wo seine Leidenschaft entflammte. „Man braucht Muße und eine geduldige Familie“, erzählt er schmunzelnd, „mein Vater hat zu Hause ständig Karten gefunden.“ Seinen ersten Auftritt absolvierte der junge Magier auf einem Dorffest. Anfang der 80er Jahre trat er in den Lübecker Ortszirkel ein. Die Zauberer trafen sich in einem Hinterzimmer, wo der junge Mann zunächst sein Können zeigen musste. Er wuchs dann langsam in die Szene hinein.

 In den 80ern begann Affeldt, den Zauberer Helge Thun zu coachen. Sein Schützling räumte sieben Deutsche-Meister-Titel ab und landete 1991 bei der Weltmeisterschaft auf dem dritten Platz. Danach betreute er Pit Hartling, der 1994 Vize-Weltmeister in der Sparte Kartenkunst wurde. Mitte der 90er Jahre war er Jury-Mitglied bei der Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst. „Auf solchen Veranstaltungen trifft man alles, was Rang und Namen hat“, erzählt Affeldt. Auf einem Magier-Kongress trank er mit David Copperfield Kaffee und fachsimpelte über Kunststücke. „Er ist ein netter und offener Typ“, sagt der Gettorfer, der schon Trickbeschreibungen für Fachbücher verfasste. Er selbst zauberte auf dem Schleswig-Holstein Musik-Festival und vor Fußballstars auf dem Geburtstag des inzwischen gestorbene HSV-Masseurs Hermann Rieger. In seinen Programmen zeigte Affeldt nicht nur Kartentricks, sondern ließ unter anderem Flaschen wie von Geisterhand über den Tisch wandern. Dass Magier gern Kaninchen aus dem Hut zaubern, ist nach seinen Worten jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Mitunter tritt er noch auf, allerdings im Freundeskreis oder auf Privatfeiern. Kurioserweise hält sich sein Erfolg im Kartenspiel in Grenzen: „Beim Doppelkopf zahle ich meist in den Topf ein“, sagt er augenzwinkernd.

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