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Jetzt kehrt Ruhe ein

Campingplatz Grönwohld Jetzt kehrt Ruhe ein

Hecke schneiden, Vorzelt verstauen: Auf dem Schwedenecker Campingplatz Grönwohld haben auch Marlis (70) und Jürgen Lerche (70) derzeit alle Hände voll zu tun. Denn mit dem Saisonende dort am 31. Oktober ist für die meisten Camper die Zeit der Urlaube 100 Meter vom Strand entfernt vorbei - aber nicht für alle.

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Damit es drinnen warm ist, haben die Herbstcamper Andreas (links), Diana und Jean-Claude Schäfer das Fahrerhaus ihres Wohnmobils mit Isolierplane abgedeckt.

Quelle: Rainer Krüger

Schwedeneck. „Gut 60 Prozent der Saisoncamper haben ihre Plätze schon winterfertig gemacht“, weiß Betreiber Michael Kreuzer. Insgesamt 430 Stellflächen für Dauercamper gibt es. Sie sind für Kreuzer in der auslaufenden Saison eine Bank gewesen. „Alle sind belegt. Es gibt eine Warteliste.“ Anders sah es bei den 150 Touristenplätzen aus. „Da hat der Spätsommer im September den mauen Juli wieder wett gemacht“, so der Unternehmer. „An den Wochenenden waren im September auch die Touristenplätze voll“, sagt er.

 Was für sie den Reiz am Campen ausmacht, hat bei den Lerches viel mit Familie zu tun. „Ich bin schon seit 48 Jahren in Grönwohld“, erzählt Jürgen Lerche am Sonnabend. „Als die Kinder noch klein waren, war Grönwohld natürlich ein idealer Ort zum Erholen“, ergänzt Marlis Lerche, während sie den Heckenschnitt wegräumt. Beim Zusammenkehren und Einsacken der Zweige hilft ihr Platznachbar Rolf-Heinrich Hamer aus Tolk. Die Unterstützung für die zwei versteht sich. „Die beiden sind meine Tante und mein Onkel. Als Junge war ich in den Ferien oft bei ihnen“, so der 46-Jährige. So wie der Tolker halten es noch andere aus der Lerche-Verwandtschaft. „Auch Familienmitglieder, die weiter entfernt wohnen, haben hier einen Platz. Bei einen Familientreffen hier kamen wir einmal sogar auf 42 Leute“, so Marlis Lerche. Beim Einräumen der Außengerätschaften hilft der Neffe auch. „Alles, was größer ist als eine Maus, nehmen Camper mit nach Haus“, lautet Hamers Spruch zum Saisonende.

 Doch obwohl das Abbauen in Grönwohld die Regel ist, gibt es auch Ausnahmen: Sechs Touristenplätze sind noch belegt. Auf einem hat Familie Schäfer aus Salzkotten bei Paderborn ihr Wohnmobil abgestellt. „Vom Fenster aus blicken wir auf den Strandwall und die Ostsee dahinter“, sagt Diana Schäfer (41) begeistert. Was sie mit Mann Andreas (41) und Sohn Jean-Claude (15) zu überzeugten Herbstcampern macht, ist die Ruhe. „Wir bekommen sofort einen Platz. Seit Montag haben wir hier richtig Zeit für Gesellschaftsspiele. Einen Fernseher haben wir extra nicht dabei“, erklärt Andreas Schäfer. Damit es drinnen behaglich warm bleibt, wurde vorgesorgt: Die Wagenfront ist mit Isolierplane abgedeckt. „In Deutschland haben wir keine bekommen. Wir mussten sie im Internet aus Italien bestellen“, sagt die Nordrhein-Westfalin. Da die Familie angelt, ist die Ostsee auch jetzt sehr reizvoll. „Dafür brauchen wir kein Sommerwetter“, so Diana Schröder.

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