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Gettorf präsentiert sich offen

Jahresempfang Gettorf präsentiert sich offen

Wegen des Ansturms hunderter Flüchtlinge auf den Stena-Terminal stand sein Besuch beim Jahresempfang des Amtes Dänischer Wohld drei Stunden vor Beginn noch auf wackligen Füßen: Deshalb freute sich Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer am Montagabend umso mehr über seinen ersten offiziellen Termin in Gettorf.

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Tänzerinnen von der TSG Blau-Gold Eckernförde brachten mit ihren Showeinlagen ordentlich Schwung in den Jahresempfang im Kultur- und Bildungszentrum in Gettorf.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. „Als begeisterter Fahrradfahrer war ich schon im Dänischen Wohld“, verriet der gebürtige Eutiner vor rund 160 Gästen aus Politik, Verwaltung, Kirche, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden im Kultur- und Bildungszentrum. Er beschwor die Zusammenarbeit im Kieler Raum, nicht zuletzt was Wohnen oder Schulentwicklung angehe: „Wir steigen und fallen als Region.“ Kleine Sticheleien, ob er nun Kommunen besuche, die Kiel eingemeinden wolle, bezeichnete er schmunzelnd als „Quatsch“ – nach der Devise: „Liebe Deinen Nachbarn, aber reiße den Zaun nicht ein.“

Ebenso widmete sich Amtsvorsteher Kurt Arndt dem „allgegenwärtigen Thema“ Flüchtlinge. Zunächst habe das Amt das Heft des Handelns in den Händen gehalten, was der Gettorfer auf die „hervorragende Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Ehrenamt“ zurückführte. Er dankte den vielen freiwilligen Helfer. Doch aufgrund des stark steigenden Flüchtlingsstromes und übergeordneter Entscheidungen werde das Amt nun überrannt, könne nur noch reagieren. Arndt: „Wir stoßen teilweise an die Grenzen des Machbaren.“ 2015 stelle sich das Amt auf die Unterbringung von rund 200 Flüchtlingen ein. Bisher sei es gelungen, alle Asylbewerber menschenwürdig unterzubringen: Dazu dienten rund 20 angemietete Wohnungen und zwei Gemeinschaftsunterkünfte in Gettorf, Schinkel, Osdorf und Lindau. „Leider ist nicht abzuschätzen, was uns im nächsten Jahr erwartet“, erklärte der Amtsvorsteher. Er hoffe, dass die Politiker auf EU-Ebene rasch zu einer akzeptablen Lösung kommen.

Ein dickes Lob für die Willkommenskultur im Dänischen Wohld gab es von Lutz Clefsen, Kreispräsident in Rendsburg-Eckernförde: „Gettorf ist immer offen, auch für Flüchtlinge.“ Als exzellent bezeichnete er die Zusammenarbeit mit den Kommunen, zumal der Kreis vor dem gleichen Problem stehe: „Wir wissen auch nicht, wie viele Asylbewerber kommen.“

Unterdessen erläuterte Edgar Paulke, welche Ziele die Bürgerstiftung Dänischer Wohld verfolgt. Sie helfe Menschen aus der Region, die durch alle sozialen Netze fallen oder schuldlos in Not geraten seien, so der Vorsitzende des Kuratoriums. Ebenso kämen Projekte aus den Bereichen Kunst, Kultur oder Sport infrage. Hinter der Bürgerstiftung, die auf Initiative von Amtsdirektor Matthias Meins Ende 2014 aus der Taufe gehoben worden sei, stünden die Eckernförder Bank sowie die acht amtsangehörigen Gemeinden. Das Stiftungskapital liege bei knapp 100.000 Euro, so Paulke. Er appellierte an die Gäste, nach Menschen in ihren Gemeinden Ausschau zu halten, die ins Raster passen. Gut begründete Anträge an die Bürgerstiftung nehme das Amt Dänischer Wohld entgegen. „Außerdem freuen wir uns noch über private Spender oder Stifter“, sagte Paulke.

Auf dem Empfang sorgten Tänzerinnen der TSG Blau-Gold Eckernförde für Unterhaltung. Nach dem offiziellen Teil plauderten die Gäste noch bei Grillschinken und kühlen Getränken.

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