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Auf der Suche nach Blindgängern

Altenholz Auf der Suche nach Blindgängern

Ein Schild und Schlaglöcher weisen auf die Straßenschäden hin: Deshalb nimmt die Gemeinde Altenholz in diesem Sommer die Sanierung des Kolberger Weges in Angriff. Vorher ist allerdings der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes (LKA) Schleswig-Holstein vor Ort im Einsatz, weil im Erdreich womöglich noch Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern.

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Ein Bagger bohrt Löcher in die Erde: Bevor die Straßenbauarbeiten starten können, sondiert der Kampfmittelräumdienst eine verdächtige Stelle nach Blindgängern und Munition.

Quelle: Jan Torben Budde

Altenholz.  „Es geht um Abwurfmunition und jegliche Form von Bomben“, erklärte Dezernatsleiter Uwe Kuenzel am Dienstagvormittag zu dem Verdachtsfall im Ortsteil Stift. Der Straßenabschnitt des Kolberger Wegs ist am Vormittag für den Verkehr gesperrt. Zwischen Blumenhecken, Grundstücken mit Apfelbäumen und Garagenzufahrten bohrt ein Bagger in dem Wohngebiet metertiefe Löcher in die Erde. Wozu der Aufwand? Laut Lutz Czichowski vom Bau- und Ordnungsamt der Gemeinde muss der Kampfmittelräumdienst alle Verdachtsmomente ausräumen, bevor die Tiefbauarbeiten beginnen können. „Erst dann kann der Kolberger Weg in einen einwandfreien Zustand versetzt werden“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter über die Sanierungsarbeiten in dem Straßenring aus den 50er-Jahren.

 Die Planung sieht seinen Angaben zufolge einen kompletten Ausbau nach aktuellem Standard vor. Regen- und Schmutzwasserleitungen werden erneuert, ebenso wie die Straßenbeleuchtung. Die reine Bausumme („ohne Nebenkosten“) beziffert Czichowski mit rund 440000 Euro. Die Kosten stemmen Gemeinde und Anlieger. „Im Zuge der Arbeiten nutzen die Stadtwerke die Gelegenheit, gleich die Wasserleitungen zu erneuern“, berichtet sein Kollege Finn-Rasmus Darge weiter.

 Unterdessen frisst sich der Bohrer gierig in den Boden. Laut Uwe Kuenzel wurden vor dem Einsatz des Kampfmittelräumdienstes noch Luftbildaufnahmen von den Alliierten, Augenzeugenberichte und Archivmaterial ausgewertet. Zumal Altenholz auf der Liste von Gemeinden mit bekannten Bombenabwürfen steht. Nach Angaben des Landes Schleswig-Holstein werden selbst nach über 70 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkrieges bei Erdarbeiten und auf Baustellen noch Blindgänger und Reste von Munition entdeckt. Auch auf See werden gelegentlich noch Seeminen und nach dem Krieg versenkte Munition gefunden.

 Um den Schutz von Bauarbeitern und Anliegern gehe es auch bei den Ermittlungen in Altenholz-Stift, so der Dezernatsleiter. Der Kampfmittelräumdienst nimmt daher die Verdachtsfläche genau unter die Lupe. Dazu kommt Kuenzel zufolge eine Sonde zum Einsatz, womit Messungen im Gebiet vollzogen werden. Noch am Dienstagnachmittag gab es die Entwarnung: Unter Berufung auf die Experten teilte Lutz Czichowski mit, dass keine Blindgänger im Kolberger Weg gefunden worden seien.

 Wie geht es nun weiter? Die Planung sieht dem Verwaltungsmitarbeiter zufolge vor, dass der Straßenausbau im Kolberger Weg am Montag, 8. August, beginnt. Erste Vorbereitungen habe das Gettorfer Kultur-, Tief- und Straßenbauunternehmen Jens Sievertsen bereits ausgeführt. Während der Maßnahme haben die Anwohner weiterhin Zufahrt zu ihren Grundstücken, so Czichowski. Andernfalls würden die Bürger rechtzeitig informiert. Vor dem Ausbau des Kolberger Weges wurden bereits die benachbarten Straßen Stettiner Weg und Stralsunder Weg saniert.

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