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Auf der Tapir-Fährte zum Tierpark

Gettorf Auf der Tapir-Fährte zum Tierpark

1500 knallgelbe Tapir-Fußabdrücke weisen künftig den Weg zum Tierpark in Gettorf. Am Montagmorgen wurde am Bahnhof der Wohld-Gemeinde damit begonnen, die Fährte aufs Pflaster aufzutragen.

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Gut gelaunte Pflastermaler: Tierpark-Fördervereinsvorsitzender Volker Strehlow (rechts) und sein Stellvertreter, Malermeister im Ruhestand Horst Wardin, tragen am Bahnhof die ersten Spuren der Tapirfährte auf.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Vor drei Jahren setzte sich Malermeister Horst Wardin zur Ruhe. Doch nach wie vor geht er gern mit Pinsel und Farbe um. „Das macht mir Spaß – vor allem bei diesem herrlichen Wetter“, sagte er, als er vor dem Bahnhofsgebäude die ersten Fußspuren aufs Pflaster malte. Hilfestellung leisteten ihm Tierpark-Fördervereinsvorsitzender Volker Strehlow, Tierpark-Biologin Sophie Kruse und FÖJ-lerin Jule Petersen.

 Vor dem Pinsel schwingenden Quartett liegt noch reichlich Arbeit. Bis der Tierpark erreicht ist, werden nach Strehlows Schätzung Strehlows noch ein, zwei Wochen vergehen. Bei Google Earth hat der frühere Gettorfer Hauptschulrektor nachgemessen, dass die Distanz vom Bahnhof durch die Herrenstraße, die Eichstraße und die Süderstraße bis zum Tierpark 1400 Meter beträgt. Das ergibt bei einem Abstand von knapp einem Meter rund 1500 Tapir-Fußabdrücke. „Dafür benötigen wir rund 25 Liter Farbe“, so Horst Wardin, der vor einem Monat zum stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins gewählt wurde.

 Die Spezialfarbe – schnell trocknend und hoch belastbar – kostet für die ganze Strecke rund 2500 Euro. Dank seiner früheren Kontakte konnte Horst Wardin bei der Malereinkaufsgenossenschaft Mega in Kiel einen Rabatt heraushandeln. Außerdem gab es einen Zuschuss von der Gemeinde. Ein Herz für die gute Sache hatte auch die ortsansässige Firma KJK-Metallbau. „Für die beiden CNC-gefrästen Metallschablonen, eine für den linken, eine für den rechten Tapir-Fußabdruck, mussten wir nichts bezahlen“, sagte Volker Strehlow. Weitere Sponsoren und Helfer sind nach seinen Worten willkommen, denn die gelbe Farbe hält auf dem Pflaster nicht ewig. Horst Wardin schätzt, dass die Fußabdrücke in einem Abstand von rund zwei Jahren erneuert werden müssen.

 Bei ihren Überlegungen, welches Tier die Fußabdrücke für die Fährte liefern sollte, waren Strehlow und Zoobiologin Gabriel Ismer schnell auf den Tapir gekommen. Die in Südamerika beheimateten Flachlandtapire gehören schon seit Jahrzehnten zu den Lieblingen der Gettorfer Tierparkbesucher. Ismer: „Sie sind sehr gechillt und haben eine ausgesprochen hohe Toleranz gegenüber Menschen, was bei Wildtieren eher selten vorkommt. Auch stehen sie auf Kuscheleinheiten und legen sich schon mal hin, um gekrault zu werden.“

 Aktuell leben vier Tapire im Gettorfer Tierpark: Jule (6), Tina (zwei), Rico (sieben Monate) und der knapp zwei Jahre alte Tambo, der vor vier Wochen vom Tierpark Hagenbeck in Hamburg nach Gettorf kam und sich nach Auskunft von Gabriele Ismer bereits sehr gut eingelebt hat. „Sowohl mit den Mädels auch mit Rico versteht er sich bestens“, so die Zoobiologin.

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Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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