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Flüchtlingsheim öffnet wieder

Stohl in Schwedeneck Flüchtlingsheim öffnet wieder

Aufatmen im Amtsausschuss in Dänischenhagen. Der Bund öffnet endlich das Gelände des ehemaligen Flüchtlingsheims Stohl in Schwedeneck. Drei Mobilheime des Amtes für insgesamt 20 Personen finden auf dem seit zehn Jahre leerstehenden Gelände Platz.

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Seit zehn Jahren verriegelt und verrammelt: Die ehemalige Asylbewerberunterkunft des Kreises am Ortsrand von Stohl, die dem Bund gehört, ist in schlechtem Zustand. Das Amt darf den Platz für die drei gebraucht gekauften Mobilheime nun annehmbar herrichten. Binnen sechs Monaten könnte alles fertig sein.

Quelle: Cornelia Müller

Dänischenhagen. Die Zitterpartie bei der Flüchtlingsunterbringung ist Vergangenheit in Noer, Dänischenhagen, Schwedeneck und Strande. Zuerst riecht es nach dicker Luft. Joachim Lange von der Knochenbruchgilde Scharnhagen erklärt in der Fragestunde, warum hinter ihm viele verärgerte Bürger Dänischenhagens sitzen: „Auf der Tagesordnung steht, dass Sie heute abstimmen, ob Spielplatz und Gildewiese Stellplatz für Mobilheime werden. Wir haben mit der Gemeinde gerade einen Mietvertrag fürs Gildehaus und die Nutzung des Platzes geschlossen. Keiner hat uns informiert. Wir haben Verständnis für Flüchtlinge. Aber Betroffene zu übergehen, ist inakzeptabel.“ Amtsvorsteher Sönke-Peter Paulsen (CDU) lenkt gleich ein. Die Gemeinde habe die Fläche dem Amt gemeldet, das Amt halte sie für geeignet. „Doch dass Sie nicht informiert sind, war mir nicht klar.“ Die Dänischenhagener Politiker im Ausschuss versuchen, die Lage zu retten. Keiner der Bürger sei in den öffentlichen Sitzungen der Gemeinde gewesen, als das Thema diskutiert wurde. Ja, man habe wohl versäumt, die Gilde direkt anzusprechen und andere Standorte danach nochmals zu prüfen. Aus Strande und Schwedeneck bekommt die Gilde Schützenhilfe. „Diesem Standort stimmen wir nicht zu“, sagen die Bürgermeister Holger Klink (CDU) und Gustav-Otto Jonas (SPD). Der Punkt wird gestrichen.

 Dann verkündet Paulsen die Botschaft der Bima (Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten). „Damit ist die Lage entspannt“, heißt es erleichtert. „Wir brauchen hoffentlich überhaupt keine weiteren Flächen mehr, zumal die Unterkunft Bellevue in Strande bis zum Herbst erweitert ist.“ Dabei war die Lage im Amt Dänischenhagen bis vor kurzen noch extrem angespannt. Nur weil Schwedeneck zehn eigene neue Ferienhäuser in Surendorf Flüchtlingsfamilien öffnete, musste niemand in Turnhallen übernachten. Die ab Ostern an Feriengäste vermieteten Häuser konnten in letzter Minute geräumt werden, weil der Eigentümer des Tannenhofs sein Hotel anbot. Der Einbau einer Brandmeldeanlage hatte den Umzug noch hinausgezögert.

 Lächelnd nimmt am Dienstag auch Schwedenecks Touristikchef Norbert Ehrich die neue Entwicklung zur Kenntnis. „Die Flüchtlinge waren sehr dankbar, dass sie hier sein konnten. Es war eine gute Gemeinschaft, unser Hausmeister hat sich sehr um sie gekümmert. Das zeigt: Mit gutem Willen kann man vieles erreichen. Aber ich bin auch erleichtert, dass sich die Lage nun für allen entspannt.“

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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