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Künstler zeigen Größe

Ateliernacht in Eckernförde Künstler zeigen Größe

Poetry, Musik, eine Siegerehrung und offene Ateliers – mit einer Galerie- und Ateliernacht krönte der Kunst- und Kulturverein Eckernförde die Sommeraktionen anlässlich seines 20-jährigen Bestehens. Der Auftakt lief in der Stadthalle, wo noch bis zum 30. August auch die Ausstellung Größenwahn zu sehen ist.

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Uhlenspegel, der musikalische Landstreicher Detlev Uhle, sang zu Gunsten Amnesty Internationals plattdeutsches und mittelhochdeutsches Liedgut sowie vertonte Gedichte und begleitete sich auf der Gitarre und der sechssaitigen finnischen Kantele.

Quelle: Birgit Johann

Eckernförde.  Nach einem sonnigen Tag zur Galerie, zum Künstlerhaus Krause oder Marianne Tralaus Frühstücksbühne pilgern – das nahmen zahlreiche Eckernförder und Urlauber wahr. Zum Besuch der Auftaktveranstaltung hatten sich rund 40 Besucher entschlossen.

 Sichtlich beeindruckt zeigten sie sich von den Geschwistern Harald und Linda Röthlin, 19 und 18 Jahre alt, die bemerkenswerte Erkenntnisse in Gedichtform präsentierten – dem Ausstellungsmotto zum Trotz ohne jeglichen Größenwahn. Poetry statt Poesie – die englische Bezeichnung passt vielleicht besser zu Titeln wie Der schwarze Schwan von Harald Röthlin, oder Der Dubilist von seiner Schwester Linda. Lag der Schwerpunkt der Dichtkunst doch bei beiden auf ungeschminkter Selbstbeobachtung und -erkenntnis. „Eure Stille ist mir zu laut”, verkündet Harald als Der Fremde, und insgesamt sprechen seine Verse anders als die seiner Schwester meist Schmerz und Düsternis an. Am Ende empfiehlt er allerdings: Lasst uns jetzt Engel sein, kurz nachdem Linda klargemacht hat, dass es kein Himmelreich gibt – jedenfalls nicht im Jenseits. Das sei eine Erfindung von Leuten, die damit Angst vor dem Diesseits säten und Profit daraus schlügen. „Dabei haben wir alles, was wir brauchen hier: Willkommen im Himmel!“

 Dass der Arbeitstitel Größenwahn einige der beteiligten Künstler zur Veröffentlichung von Werken besonders riesiger Ausmaße inspirierte, sieht der Kunst- und Kulturverein mit Humor. Und darum wurden die beiden, die in dieser Hinsicht am meisten Größe bewiesen haben, mit jeweils einem Gefäß aus Murano-Glas belohnt: Bjørn Schreurs, selber Aussteller, überreichte als stellvertretender Vereinsvorsitzender Brigitta Krause solch einen gläsernen Preis, da sie mit ihrer Installation von über 200 Papierschiffchen die zweifellos umfangreichste Installation in der Stadthalle geschaffen hat. Das zweite Glasobjekt nahm Schreurs selber mit nach Hause – für das Bild mit den stattlichsten Abmessungen.

 Musik brachte dann Uhlenspegel – Detlev Uhle aus Eutin – in die Stadthalle, der für Amnesty International sammelte. Erstmals in Eckernförde überraschte der „musikalische Landstreicher“, wie er sich nennt, mit Mittelalterlichem, gängigem und eher unbekanntem plattdeutschen Liedgut und selbst vertonten Gedichten. Dazu begleitete er sich mit der Gitarre oder der sechssaitigen finnischen Kantele. Das Publikum bedankte sich mit fast 200 Euro Spenden.

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