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Miertsch im Ruhestand

Eckernförde Miertsch im Ruhestand

„Jeder Mensch bekommt den Grauen Star, er muss nur alt genug dafür werden“, sagt Augenarzt Dr. Hans-Joachim Miertsch, der vor 38 Jahren mit einer kleinen Praxis mit zwei Teilzeitkräften in Eckernförde startete und jetzt zum 1. Juli in den Ruhestand gewechselt ist. Die Entwicklung, die er in seinen Jahren als Arzt begleitet und mitgestaltet hat, ist rasant gewesen.

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Hatte am Dienstag seinen letzten Arbeitstag: Dr. Hans-Joachim Miertsch.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. 8000 Operationen im Jahr beim von Miertsch und seinem Kollegen Hans Stehmann gegründeten Augenarztzentrum (AZE) mit dem später hinzugekommenen Dr. Fritz Buchholz sind eine beeindruckende Zahl. Doch bis zu dieser Leistung eines inzwischen großen Teams mit über 70 Angestellten und den vier Fachärzten Dr. Katharina Föry, Moritz Pünder, Ellen Lippek und Patricia Kübek war es ein weiter Weg.

„In der Anfangszeit habe ich auch die augenchirurgische Abteilung im Kreiskrankenhaus (heute Imland-Klinik, Anm. d. Red.) aufgebaut, in der ich als Belegarzt gearbeitet habe“, so Miertsch. Zu jener Zeit sei jeder Graue Star stationär operiert worden, Liegezeiten von einer Woche seien üblich gewesen.

1984 begann die Gemeinschaftspraxis mit Hans Stehmann am Standort des AZE, damals Bleicherhof genannt. Aus Amerika übernahmen die Ärzte in Eckernförde zunächst die Linsenimplantation und die Ultraschallzerkleinerung der Linse. „Ein Segen für die Patienten“, so der 68-Jährige heute, denn damit sei für sie nicht nur die lästige und dicke Starbrille entfallen, auch die Heilung sei erheblich schneller verlaufen. „Die Patienten konnten das Krankenhaus auch schon nach ein bis zwei Tagen statt nach einer Woche verlassen“, blickt Miertsch zurück. Bald danach gab es erste Tageskliniken, 1990 entstand im Bleicherhof die erste augenärztliche Ambulanzklinik in Schleswig-Holstein.

Heute hat sich das Verhältnis ambulanter und stationärer Behandlung umgekehrt: Wurden in den 80er Jahren 95 Prozent der Patienten stationär aufgenommen, sind es heute nur noch fünf Prozent. Ende der 90er Jahre wurde die Praxisklinik Bleicherhof in AZE umbenannt. Auch in der Grüner-Star-, Netzhaut- und Glaskörperchirurgie hätten sich in den vergangenen Jahren gravierende Veränderungen ergeben, so Miertsch. Zudem hat sich das AZE um eine Zweigpraxis in Gettorf und ein ambulantes Operationszentrum in Flensburg erweitert.

Privat will sich Hans-Joachim Miertsch mehr seiner Frau Ingrid und der Familie widmen. Drei erwachsene Kinder und vier Enkel bieten ein breites Betätigungsfeld. Auch seine Arbeit in Afrika als Dozent an verschiedenen Augenkliniken will er fortführen. Wenn Zeit für Muße ist, dann warten Krimis und Biografien darauf, endlich gelesen zu werden.

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Ein Artikel von
Kai Pörksen

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