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Geisternetze treiben auch in der Ostsee

Ausstellung im OIC Geisternetze treiben auch in der Ostsee

Sie sind tödliche Fallen für Fisch und Vogel: Netzreste und Fangleinen, die Sturm und Wellen oder Bootsführer losgerissen haben. Sie sind zu Tausenden auch in der Ostsee unterwegs. Das Ostsee-Info-Center (OIC) Eckernförde zeigt dazu von Donnerstag, 5. Oktober, bis 16. November eine Ausstellung.

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Das OIC Eckernförde zeigt eine Ausstellung über so genannte Geisternetze in der Ostsee. Leiterin Hannah Sliwka und Mitarbeiter Gernot Gaenssle bitten Spaziergänger, die Fundstücke aufzusammeln oder zu melden.

Quelle: Cornelia D. Mueller

Eckernförde. Die Schau entstand im Meeresmuseum Stralsund. Forschungstaucher hatten allein um die Insel Rügen binnen sechs Monaten 28 Stellen ausgemacht, an denen Netze vorzugsweise hängen bleiben. Dazu gehören auch Wracks. Solche Untiefen sind mit Tonnen gekennzeichnet, werden aber von Booten mit wenig Tiefgang überfahren. Reißen ihre Leinen dann ab und treiben unkontrolliert im Meer, verheddern sich Fische, tauchende Vögel und Meeressäuger in solchen „Geisternetzen“ oder schlucken kleinere Knäule davon. „Seit 2013 gibt es ein Projekt zur Dokumentation der Geisternetze“, erläutern OIC-Leiterin Hannah Sliwka und Mitarbeiter Gernot Gaenssle. „Auch wir finden jenseits des Kurstrands, der gereinigt wird, oft Netzreste. Spaziergänger sollen sie vom Wassersaum entfernen oder sofort den Behörden melden, damit sie eingesammelt werden. Sie dürfen nicht wieder ins Meer gespült werden.“

Auf Helgoland erhängen sich Jungvögel am Nistmaterial aus Netzknäulen

Dass auch Netze an Land eine Gefahr für Vögel sind, zeigt Helgoland: Brütende Lummen nutzen weiche Knäule als Nistmaterial – und Jungvögel erhängen sich zu Dutzenden an reißfesten Fasern. Zu der Ausstellung organisiert das OIC auch gern Unterrichtsstunden für Schulen. Geöffnet ist das OIC im Oktober von Montag bis Sonntag (10-18 Uhr) und ab November von Dienstag bis Sonntag (11-17 Uhr). Telefonisch ist es erreichbar unter 04351/726266.

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Ein Artikel von
Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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