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„Grüne Marine“ wächst weiter

Seebataillon „Grüne Marine“ wächst weiter

„Ich melde die deutsche Marineinfantrie nach fast 20 Jahren zurück in die Bundeswehr – und gleichzeitig melde ich mich ab.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich am Donnerstagvormittag in der Eckernförder Preußerkaserne der erste Kommandeur des neu aufgestellten Seebataillons, Fregattenkapitän Arne Krüger. Als Nachfolger übernimmt Fregattenkapitän Axel Meißel den 850 Soldaten starken Verband.

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Neuer Chef: Flottillenadmiral Jan C. Kaack (Mitte) übergibt das Kommando von Arne Krüger (links) an Axel Meißel.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Im Seebataillon sind die infantristischen Kräfte der Marine zusammengeführt. Dazu gehören die Bordeinsatz- und Küsteneinsatz-Soldaten, die Minentaucher und die Aufklärungskompanie. Krüger wurde 2014 Kommandeur der damaligen Marineschutzkräfte, bevor ihm nur zwei Monate später der Aufbau des neuen Seebataillons in Eckernförde anvertraut wurde. Er habe sich als „Macher“ erwiesen und „Pionierarbeit“ geleistet, würdigte Flottillenadmiral Jan C. Kaack den scheidenden Kommandeur.

 In der Anfangsphase des Bataillons fehlte es noch an Material, Personal und Infrastruktur. Doch vom ersten Tag an habe er den besonderen Teamgeist gespürt, sagte Krüger. Inzwischen ist das Seebataillon einer der am stärksten geforderten Verbände und an fast jedem Einsatz der Bundeswehr beteiligt – ob in Afghanistan, in Mali, im Libanon, im Mittelmeer oder im Indischen Ozean. „Jeden Tag befinden sich im Schnitt über 60 Seesoldaten im Einsatz, das ist jeder zehnte Soldat“, unterstrich Krüger. Weiter stehen ständig 55 Soldaten in Bereitschaft für etwaige Evakuierungsmaßnahmen der Bundeswehr. Seit 2015 hatte das Seebataillon zudem zusätzlich einen großen Beitrag zur Flüchtlingshilfe in Norddeutschland geleistet.

 Die Anwesenheit ausländischer Offiziere bei der Kommandoübergabe zeugte von der internationalen Zusammenarbeit. Mit den Niederländern wurden bereits zahlreiche amphibische Übungen absolviert, im November werden Soldaten beider Länder eine See-Evakuierung im Raum Helder/Texel gemeinsam proben. Darüber hinaus gibt es ein Austauschprogramm mit den Royal Marines aus Großbritannien.

 Derzeit umfasst das Seebataillon eine Sollstärke von 850 Frauen und Männern. Krüger kündigte an, dass der in der Preußerkaserne untergebrachte Verband „in naher Zukunft“ auf 1000 Soldaten anwachsen soll. Eine zweite Bordeinsatzkompanie wird künftig die neuen Fregatten F125 unterstützen. Amphibisch ausgebildete Soldaten sollen zudem im Verbund mit deutschen Fallschirmjägern oder niederländischen Einheiten Evakuierungsoperationen leisten können.

 Auf Krügers Nachfolger Axel Meißel warten weitere Herausforderungen. So muss die Offiziersausbildung noch angepasst, die Infrastruktur ausgebaut sowie benötigte schnelle Einsatzboote beschafft werden. Meißel freut sich auf eine neue Aufgabe mit „einzigartiger Vielfalt“.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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