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Überholverbot wird geprüft

B76 Überholverbot wird geprüft

Der Motorradunfall mit zwei Toten am Sonntag auf der B76 bei Neudorf-Bornstein hat eine breite Diskussion über die Sicherheit in Gang gebracht. Am Donnerstag wurde die Lage offiziell im Rahmen einer Verkehrsschau betrachtet. Ein Überholverbot wird jetzt geprüft.

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Nach dem tödlichen Unfall auf der B76 zwischen Gettorf und Neudorf-Bornstein besprachen Sarah Skarupke, Ingo Kreutzfeldt, Petra Strahl und Andreas Brück (von links) die Lage.

Quelle: Rainer I. Krüger

Neudorf-Bornstein. „Das Einrichten eines Überholverbots wird geprüft“, so Andreas Brück, Leiter des Fachbereichs allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr beim Kreis Rendsburg-Eckernförde. „Es ist gut, dass etwas passiert“, fand B-76-Anlieger und Landwirt Hans-Joachim Dibbern. In der Nähe seines Hofs in Neudorf-Bornstein geschah der Unfall. Ein Motorradfahrer mit Sozia hatte eine Fahrzeugschlange in Richtung Eckernförde überholt. Als ein davor fahrender Traktor nach links abbog, fuhr der Biker seitlich hinein.

Brück, Petra Strahl von der Polizeidirektion Neumünster sowie Ingo Kreutzfeldt und Sarah Skarupke vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sahen sich die Strecke an. Auf dem Abschnitt zwischen Gettorf und Eckernförde gab es in diesem Jahr sieben Unfälle mit je drei Schwerverletzten und Leichtverletzten. 2014 gab es fünf Crashs mit zwei Schwer- und vier Leichtverletzten. Für 2013 zählte Strahl zehn Unfälle mit einem Schwerverletzten und sechs Leichtverletzten auf. Dibberns Angaben von „mindestens 51 Verkehrstoten“ auf der Strecke seit 1961 konnte sie weder bestätigen noch widerlegen. Vor 2006 lägen der Polizeidirektion keine Zahlen vor. „An vier Punkten gibt es hier Ein- und Abfahrten“, so Strahl. Problematisch sei das Ein- und Abbiegen. „Am häufigsten sind Auffahrunfälle.“

Änderung schon vor Jahresende?

Geprüft wird nun also ein um den Abschnitt Gettorf bis Neudorf verlängertes, durchgehendes Überholverbot von Gettorf bis Schnellmark. Bis zum Jahresende sei eine Lösung möglich, sagte Brück. Leser dieser Zeitung und auch Neudorf-Bornsteins Bürgermeister Claus Biehl hatten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 70 und das Aufstellen einer festen Blitzanlage vorgeschlagen. Brück sah dies nicht als notwendig an. Bei guter Sicht würde auch bei Tempobeschränkung überholt. Bereits im Juni hatte es auf dem Abschnitt eine Verkehrsschau gegeben. Weil Donnerstag wieder eine geplant war, sei der Bereich aus aktuellem Anlass einbezogen worden.

Biehl hörte mit Interesse zu. „Ich würde mich freuen, wenn das Überholverbot schnell eingerichtet würde. Auf jeden Fall werde ich die Verkehrssicherheit kommunalpolitisch zur Sprache bringen, damit die Gemeinde offiziell Position bezieht.“ Die Tempobeschränkung war für ihn aber noch nicht vom Tisch: „Ich wäre sogar bereit, selbst den Blitzer zu kontrollieren.“

Auch Justus Hilpert, Notarzt aus Rothenstein und damit Anwohner des Teilstücks, sieht Handlungsbedarf . „Tempo 80, Überholverbot, Warnhinweise, Blitzanlagen, Überholspuren – es hätte schon längst gehandelt werden müssen.“

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Nach Motorradunfall
Foto: Unfallschwerpunkt B76 bei Gettorf in Höhe des Achskamp 2.

Der Artikel zu den tragischen Unfällen auf einem Teilstück der B 76 zwischen Gettorf und Eckernförde hat eine breite Debatte zum Thema Sicherheit auf dieser Strecke ausgelöst. Tenor der Zuschriften: An der Verkehrsführung muss sich dringend etwas ändern, um nicht weiter Menschenleben aufs Spiel zu setzen.

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