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Reitlehrer soll Mädchen missbraucht haben

Bei Gettorf Reitlehrer soll Mädchen missbraucht haben

Ein 13- und ein 14-jähriges Mädchen sollen von einem 45 Jahre alten Reitlehrer sexuell missbraucht worden sein. Jetzt sitzt er in U-Haft. Kennengelernt hatten sich die Mädchen und der 45-Jährige auf einem Reiterhof bei Gettorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

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Ein Reitlehrer soll sich an zwei Mädchen sexuell vergangen haben.

Quelle: imago/Frank Sorge

Gettorf. Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen einen Reitlehrer aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde: Der 45-jährige Mann sitzt seit Montag in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft dem Mann vor, auf einem Reiterhof in Lindau bei Gettorf zwei Mädchen mehrere Monate lang sexuell schwer missbraucht zu haben. Mindestens 20 Übergriffe sollen sich innerhalb eines Jahres ereignet haben.

Wie Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Montag erklärte, habe der Beschuldigte den Reiterhof betrieben, der vor allem bei jungen Mädchen sehr beliebt sei. Dort könnten Kinder und Jugendliche Ponys und Pflegepferde betreuen und Reitunterricht nehmen.

Opfer waren 13 und 14 Jahre alt

„Der heute 45 Jahre alte Mann steht im dringenden Tatverdacht, das Abhängigkeitsverhältnis mit zwei Schülerinnen ausgenutzt und sich des Missbrauchs Schutzbefohlener schuldig gemacht zu haben“, sagte Bieler. Bei den meisten Taten war das Opfer den Angaben zufolge ein erst 13 Jahre altes Mädchen. Der Oberstaatsanwalt bestätigte, dass es auch zum Geschlechtsverkehr zwischen dem Reitlehrer und dem Kind gekommen sein soll. Bei der zweiten Geschädigten handelt es sich demnach um eine 14 Jahre alte Schülerin.

Die schweren Anschuldigungen gegen den Mann waren den Behörden bereits Anfang des Jahres bekannt geworden. Ob sich die geschädigten Mädchen ihren Eltern offenbarten oder Zeugen die Polizei auf den Missbrauchsfall aufmerksam machten, war am Montag nicht zu erfahren. „Wir haben damals einen Haftbefehl beantragt, dem der zuständige Richter beim Amtsgericht in Eckernförde allerdings nicht entsprochen hat. Stattdessen hat er Auflagen gegen den Beschuldigten verhängt“, sagte Bieler.

Reitlehrer hielt sich nicht an Auflagen

Zu diesen Auflagen gehörte neben einem strikten Kontaktverbot zu den beiden Opfern auch, dass der Mann vom Reiterhof, auf dem er wohnte, wegziehen musste. Zwar stehe der Betrieb nun unter neuer Führung. Aber: „Heute wissen wir, dass sich der Mann nicht an alle Vorgaben gehalten hat, so dass wir aufgrund von Verdunklungsgefahr am Montagmorgen erneut Haftbefehl beantragt haben“, so der Ermittler.

Gezielt habe der Mann versucht, mit den beiden Opfern Kontakt aufzunehmen. Der Verdächtige habe Reitturniere besucht, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen sei, auf die beiden Mädchen zu treffen. „Wir mussten aktiv werden, um eine Beeinflussung der Zeuginnen zu unterbinden“, erklärte Bieler.

Festnahme erfolgte im Kreis Plön

Am Montagmorgen stimmte das Eckernförder Amtsgericht dem erneuten Haftantrag zu. Am frühen Morgen wurde der 45-Jährige, der verheiratet und selbst Vater ist, an seinem neuen Wohnort im Kreis Plön festgenommen und ins Gefängnis nach Neumünster gebracht.

Unklar ist, ob es möglicherweise noch weitere Missbrauchsfälle gegeben hat. „Die Ermittlungen laufen“, sagte Oberstaatsanwalt Bieler. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Die Missbrauchsvorwürfe sind das Gesprächsthema Nummer eins bei Reitern auf dem Pferdehof in Lindau.

Die Reiterszene in Schleswig-Holstein ist nach den schweren Vorwürfen gegen einen 45-Jährigen in Aufruhr. Ein Reitlehrer soll zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen sexuell schwer missbraucht haben. Der Beschuldigte sitzt seit Montag in Untersuchungshaft.

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