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Widerstand gegen größere Deponie

Gammelby Widerstand gegen größere Deponie

Die Ablehnung war deutlich zu hören. Viele Gammelbyer sprachen sich am Dienstagabend gegen Pläne der Unternehmensgruppe Peter Glindemann aus, die Deponie im Norden der Gemeinde um 4,6 Hektar zu erweitern.

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Geschäftsführer Guntram Lauenstein stellt die Pläne für die Erweiterung vor.

Quelle: Rainer Krüger

Gammelby. Die Unternehmensgruppe hatte die Gammelbyer zum Informationsabend über ihr Projekt ins Hotel Gammelby eingeladen. Bei 150 Besuchern waren Stühle Mangelware. Geschäftsführer Guntram Lauenstein führte den Besuchern zunächst die Situation auf der bestehenden Deponie vor Augen. Gegen den alten Betreiber, die Nath-Recycling-GmbH, läuft seit diesem Jahr ein Insolvenzverfahren. Auf der Deponie sei mit Sicherheit Bauschutt mit Asbest abgelagert worden, momentan sei sie offen. „Wann eine geforderte Oberflächenabdichtung hergestellt wird, weiß keiner“, erklärte Lauenstein. Falls die Erweiterung erfolgen könne, würde die Gruppe die Deponie abdecken.

 Die Deponie soll um 4,6 Hektar im Osten erweitert werden. 430000 Kubikmeter Baurestabfälle sollen dort binnen 20 Jahren eingelagert werden. Zudem ist eine Fläche im Norden der bestehenden Deponie für den Containerumschlag als Zwischenlager für nicht gefährliche Abfälle und sogenannte Abfälle zur Verwertung vorgesehen. Dieses Gebiet gehört der Gruppe bereits. Dort soll eine mobile Brecheranlage vier Mal pro Jahr für je zehn Arbeitstage Bauschutt zerkleinern. Für den Betrieb des Brechers ist laut Lauenstein die Zustimmung der Gemeindevertretung nötig, die das Gebiet im Flächennutzungsplan als abfallwirtschaftliche Fläche ausweisen müsste. Im Verfahren für die Erweiterung würden eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen. Genehmigungsbehörde sei das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Lauensteins Prognose für den Lkw-Verkehr: bis zu acht An- und Abfahrten pro Stunde zum Zwischenlager und 20 pro Tag zur Deponie. Für die Zufahrt würden drei Varianten geprüft. Eine Verlagerung der Deponie in das von der Gruppe betriebene Gammelbyer Kieswerk schloss Lauenstein aus.

 „Das ist zu viel für uns“, lautete der mit Beifall bedachte Kommentar einer Zuhörerin. Auch weitergehende Befürchtungen wurden geäußert. Könnten in Gammelby Rückstände aus Atomkraftwerken deponiert werden? „Wir werden hier keinen Atommüll lagern, weil wir dann unsere Reputation verlieren würden“, lautete Lauensteins Antwort. Allerdings sollen in Gammelby Baurestabfälle mit Asbest deponiert werden. Der 2. stellvertretende Bürgermeister Klaus-Jörg Brunkert (KWG) hielt es für wahrscheinlich, dass sich eine Bürgerinitiative gegen das Projekt bildet. „Ich bin auch für die kritischen Stimmen dankbar“, sagte Lauenstein zum Abschluss der zweistündigen Aussprache.

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Gammelby
Foto: Die Bürgerinitiative auf der Straße: 120 Teilnehmer demonstierten gegen die geplante Erweiterung der Deponie in Gammelby.

Lautstark gingen am Sonnabend 120 Demonstranten mit Trillerpfeifen und Tröten in Gammelby auf die Straße. Ihr Protest richtete sich gegen Erweiterungspläne für die Deponie. Umweltschäden und zunehmender Lkw-Verkehr werden befürchtet.

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