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Sandtrophäe für den Wüstenfilm

Green Screen Festival Sandtrophäe für den Wüstenfilm

„Vielen Dank, dass wir in die Wüste geschickt wurden“, strahlte Yann Sochaczewski und stemmte die Trophäe für den besten Film stolz in die Höhe. Sein Film "Amerikas Naturwunder – Saguaro" war am Wochenende beim 9. Internationalen Naturfilm-Festival Green Screen in Eckernförde der große Gewinner.

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Jubel nach einer großartigen Siegerehrung: Die Preisträger und die Jury-Mitglieder feierten bis weit in die Nacht hinein.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Die NDR-Produktion erhielt nicht nur den mit 2500 Euro dotierten Preis „Bester Film“, sondern gewann auch noch die Auszeichnung für die beste Musik.

 Nach Auffassung der Jury besticht der Film durch atemberaubende Bilder aus der Wüste Arizonas. Saguaro gehört zu einer achtteiligen Reihe über amerikanische Nationalparks, für die die NDR-Naturfilm/Doclights GmbH den Auftrag von National Geographic in den USA erhalten hat. Dass der Beitrag über den Yellowstone Nationalpark von Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg zudem noch mit dem Preis „Bestes Tierverhalten“ gewürdigt wurde, freut verständlicherweise auch Jörn Röver: „Wir bewegen uns inzwischen auf BBC-Niveau“, sagt der Leiter von NDR-Naturfilm und erklärt damit auch, dass die USA für die Dokumentation ihrer Naturparks auf die deutsche Produktionsfirma zugekommen sei. Für das Festival in Eckernförde hat Röver nur Lob. Green Screen habe sich im Laufe der Zeit immer professioneller aufgestellt und sei längst ein angesagter Treffpunkt der internationalen Naturfilm-Szene.

 Dass in diesem Jahr auch heimische Bienen zu den Gewinnern des Festivals gehören, erstaunte hingegen ein wenig. Christoph Würzburger gewann zur eigenen Überraschung mit Warum sterben die Bienen?, einer Produktion des SWR, den mit 5000 Euro dotierten Heinz-Sielmann-Filmpreis, während Dennis Wells für die österreichische Produktion Bienen – eine Welt im Wandel den Preis als bester Ökologie- und Wissenschaftsfilm entgegennehmen konnte.

 Die 500 Gäste in der ausverkauften Eckernförder Stadthalle erlebten einen unterhaltsamen und rundum gelungenen Abend, zu dem Moderator Christian Schröder einen ganz wesentlichen Beitrag leistete. Einzig ein nicht ganz so gut aufgelegter Umweltminister trübte ein wenig die positive Stimmung. Bei der Verleihung des erstmals vom Land vergebenen Preises „Wildes Schleswig-Holstein“ reagierte Robert Habeck auf die bei der Festivaleröffnung geäußerte Kritik, die Landesregierung würde Green Screen nicht unterstützen, reichlich verschnupft. Man müsse sich überlegen, ob es weiterhin gewollt sei, den Preis unter diesen Umständen zu stiften, sagte der Minister. An der Bedeutung des Naturfilms ließ er hingegen keine Zweifel. Sie seien eine Einladung, Natur zu erleben und zu entdecken. Die Filme würden aber auch zeigen, wo etwas nicht stimme und wo sich Gesellschaft und Politik mehr um den Schutz der Umwelt kümmern müssten.

 Festivalleiter Gerald Grote erinnerte in bewegenden Worten an Jochen Hillers, der vor ziemlich genau einem Jahr verstorben ist. Als Vorsitzender des Fördervereins sei er Motor für eine ganze Region gewesen, habe permanent die Ärmel aufgekrempelt und aus einer kleinen Idee ein ganz großes Festival gemacht, das für immer ganz eng mit seinem Namen verbunden bleibe.

 Eine Neuerung, die auf sehr großes Interesse stieß, präsentierte das Helmholtz-Zentrum Geesthacht am Hafen. In einem Fulldome wurden mit dem animierten Kurzfilm Uhrwerk Ozean die Möglichkeiten der 360-Grad-Projektion aufgezeigt. Der Film nimmt die Besucher mit auf die Suche nach kleinen Meereswirbeln.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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