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Duft des Orients im Garten

Gettorf Duft des Orients im Garten

Albanische Rhythmen wummern durch das Gettorfer Gemeindehaus. Zu den heiteren Klängen tanzen Menschen aus verschiedenen Kulturen und Ländern. Auf einem Sommerfest des Flüchtlingsbeirates, der von der Kirchengemeinde ins Leben gerufen wurde, tummelten sich am Donnerstag rund 100 Besucher.

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Willkommenskultur für Asylbewerber am Gettorfer Gemeindehaus: Das syrische Ehepaar Shaza und Naser Rajeh sowie die Kinder Hanin, Dana und Abdo (von links) unterhielten sich auf dem Sommerfest mit Christian Schnarke vom Flüchtlingsbeirat.

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. Zu den Partygästen zählten Mitglieder des mittlerweile 40 Aktive umfassenden Helferkreises ebenso wie Asylsuchende aus Syrien, Eritrea, Iran und Armenien, deren Schicksale als Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisenregionen für ein paar Stunden in den Hintergrund treten sollten.

„Wir möchten Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen, ihnen den Austausch ermöglichen“, sagte Beiratsmitglied Christian Schnarke aus Altwittenbek. Dazu trage nicht nur die Musik bei, sondern auch das Essen. Für das Sommerfest hatten die Besucher beliebte Spezialitäten aus ihrer Heimat zubereitet. Im Garten am Gemeindehaus tischten sie orientalische Salate, Fladenbrot, Couscous, Pflaumen und Kuchen auf.

An Stehtischen unter Bäumen und in einem Zelt genossen Asylbewerber und Beiratsmitglieder die Speisen. Dabei wurde geklönt und gelacht. Syrer Naser Rajeh (50) und Ehefrau Shaza (39) brachten mit Fleisch oder Käse, Zwiebeln und Tomaten gefüllte Teigtaschen mit. Wegen des Bürgerkrieges war das Ehepaar aus Damaskus im vergangenen Dezember mit den drei Kindern Dana (22), Abdo (20) und Hanin (14) in Richtung Deutschland geflüchtet. Jetzt wohnt die Familie in Gettorf. „Hier ist es herrlich“, übersetzte Landsmann Ammar Khalfah die Worte des Familienvaters. Er möge die Landschaft mit den satten Wiesen – und fühle sich in Deutschland willkommen, ein gutes Beispiel sei das Sommerfest. Von rechter Hetze sei die Familie bislang zwar verschont geblieben. Trotzdem fließen beim Gedanken an die Heimat mitunter Tränen – nicht nur wegen der daheim gebliebenen Angehörigen, mit denen täglich kommuniziert werde. Eigentlich dufte Damaskus nach Jasminblüten, erzählte Naser Rajeh traurig, doch jetzt rieche es nach Blut.

„Die Familie ist am Lernen sehr interessiert“, betonte Christian Schnarke, der die Syrer als Pate betreut. Immerhin war Naser Rajeh vor der Flucht als Manager tätig, die beiden älteren Kinder studierten in ihrer Heimat. Die Familie habe auch bereits ehrenamtliche Sprachkurse besucht, berichtet das Kirchenbeiratsmitglied.

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