23 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Nicht ohne Schirm und Mütze

Erster Fischmarkt 2016 Nicht ohne Schirm und Mütze

Irgendwie will der Eckernförder Fischmarkt 2016 nicht so recht in Schwung kommen. Am 3. Januar musste das Spektakel am Hafen wegen schwerer Sturmböen kurzfristig abgesagt und um eine Woche verschoben werden. Doch am Sonntag machte vormittags Dauerregen den Händlern zu schaffen.

Voriger Artikel
Bürger fordern mehr Sicherheit
Nächster Artikel
Osdorf verliert seine „Backhaus“-Filiale

„Ja, die passt und hält schön warm“: Claudia von Reith aus Rendsburg kaufte sich auf dem ersten Fischmarkt des Jahr 2016 in Eckernförde eine neue Strickmütze.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Eckernförde. Viele der Stammbeschicker waren wegen des schlechten Wetters erst gar nicht gekommen, andere – wie zum Beispiel Kerzenhändler Klaus-Jürgen Speck aus Kiel – bauten ihren Stand vorzeitig wieder ab. Der Wunsch von Fischmarkt-Organisator Wilfried Wagner an das neue Jahr ist daher nur allzu verständlich: „Ein gutes Zusammenspiel mit Petrus.“

Schuld am schwachen Fischmarkt-Sonntag war jedoch nicht nur der Regen. Nach Aussage von Wilfried Wagner ist es immer schwierig, wenn ein Termin verschoben muss. Dies führe bei den Händlern zu Überschneidungen mit anderen Märkten, und auch die Besucher seien darauf eingestellt, dass der Fischmarkts in Eckernförde immer am ersten Sonntag des Monats stattfindet.

 1983 nach dem Vorbild des St.-Pauli-Fischmarkts gegründet, hat sich der Budenzauber am Eckernförder Hafen längst zu einem Event mit überregionaler Bedeutung entwickelt. Wilfried Wagner, der mit seiner Firma P.A.M. (Partner am Markt) seit 20 Jahren im Auftrag der Eckernförde Touristik für die Organisation zuständig ist, nennt beeindruckende Zahlen: durchschnittlich 45000 Besucher („sie kommen sogar aus Hamburg und aus Flensburg“) und rund 140 Beschicker („der Holzofenbäcker reist extra aus Niedersachsen an“). Am gestrigen Sonntag, als das Wetter erst mittags etwas freundlicher wurde, blieb die Zahl der Stände mit rund 30 überschaubar. Und wo es sonst wegen der Menschenmassen kaum ein Durchkommen gibt, waren nur einige Hartgesottene unterwegs, bewaffnet mit Regenschirmen. Wie zum Beispiel Claudia von Reith. Sie und ihr Mann Björn ließen sich vom Schmuddelwetter nicht abschrecken. Und gegen Kälte kann man sich ja mit einer Strickmütze gut schützen. Am Stand von Werner Bredehorn aus Kiel wurde Claudia von Reith schnell fündig und setzte ihren Spaziergang mit einer neuen Kopfbedeckung fort.

 Was macht den Reiz des Eckernförder Fischmarkts aus? Für Wilfried Wagner ist es zum einen das Zusammenspiel von Strand, Innenstadt und Hafen, zum anderen die Kombination mit den sonntags geöffneten Geschäften (März bis Oktober). Frische Luft schnappen, an den Ständen stöbern, Butt oder Dorsch frisch vom Kutter kaufen oder Fisch in veredelter Form im Brötchen oder als Räucheraal genießen oder auch gezielt bestimmte Händler ansteuern, die ganz besondere Waren und Dienstleistungen anbieten. Inge-Lore Harbs aus Jevenstedt zum Beispiel schwört auf den immer im Bereich Jaich-Hafen/OIC aufgebauten Kurzwarenstand – „der größte mobile seiner Art in Norddeutschland“, so Inhaber Mirko Schuh (44) aus Barsfleth bei Glückstadt. „Heute ist zwar tote Hose, aber wir ziehen das trotzdem durch“, sagte der angehende Abiturient Julian Schuh (18), der seinen Vater gern nach Eckernförde begleitet. Ob Spitzen und Bänder, Gardinenzubehör, Garne und Zwirne oder Knöpfe in unglaublicher Auswahl: Schuhs Kurzwarenstand wird von Kennern geschätzt, auch und nicht zuletzt wegen seines Reißverschluss-Reparatur-Services.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3