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Etwas bunterer Friedhof

Gettorf Etwas bunterer Friedhof

Auf geschwungenen, mit hellen Granitsteinen eingefassten Rabatten setzen blühende Hortensien, Sonnenhut und Sommerflieder zwischen verschiedenen Gräsern Farbtupfer. Bunt präsentieren sich auch die beiden Rosenbögen mit ihren gelben sowie rosa- und pinkfarbenen Blüten. Eine alte Linde spendet Schatten und sorgt an heißen Sommertagen für ein angenehmes Klima. Mit viel Liebe und gärtnerischem Sachverstand ist der Kindergräber-Bereich auf dem Gettorfer Friedhof neu gestaltet worden.

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Christa Loose-Stolten und Maria Arndt (vorn) sowie Jan-Martin Sell, Udo Sievers, Carsten Wandrowsky und Kurt Fester (v.li.) auf dem neu gestalteten Kindergrabstätten-Bereich.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. „Das ist wirklich sehr, sehr schön geworden“, findet Maria Arndt. Besonders gut gefallen ihr die bunten Farben. „Das passt zu Kindern, das ist angemessen.“ 1998 musste sie Abschied von ihrem Jakob nehmen, dessen Leben nur zwei Stunden dauerte. Einmal die Woche kommt sie auf den Gettorfer Friedhof, um ihn zu besuchen. Oft wird sie von ihrem Mann, ihrer 18 Jahre alten Tochter und ihrem 13-jähriger Sohn begleitet. „Für uns ist es wichtig, dass es hier auf dem Friedhof diesen geschützten Bereich gibt“, sagt die Gettorferin.

„Ein Kind zu verlieren, das ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann“, weiß Christa Loose-Stolten. „Ich dachte, ich schaffe das nicht“, erinnert sie sich an den Tag, als sie als junge Pastorin zum ersten Mal eine Trauerfeier für ein verstorbenes Kind halten sollte. Es war jetzt ihre Idee, den schon seit vielen Jahren bestehenden Grabstättenbereich für Kinder verschönern zu lassen. Für die Umsetzung sorgten die beiden Friedhofsgärtner Udo Sievers und Jan-Martin Sell sowie Gärtnermeister Kurt Fester und dessen Mitarbeiter Carsten Wandrowsky. „Wir haben uns auch Anregungen von anderen Friedhöfen geholt“, so Fester.

Christa Loose-Stolten mag besonders die auch Buddleja genannten Schmetterlingssträucher, die die Gärtner ausgesucht haben. Diese Sträucher haben für die Pastorin etwas Symbolhaftes. Ebenso wie aus einem Kokon Leben sprieße, entstehe aus jedem Leib neues Leben.

Neun junge Menschen, denen nur eine kurze Zeit auf Erden vergönnt war, haben auf dem Kindergräber-Bereich ihre letzte Ruhe gefunden. Auf einem Stein wird in kyrillischer Schrift auch an ein russisches Kind erinnert, das Heiligabend 1944 im Alter von nur sieben Monaten verstarb. Über Angehörige ist nichts bekannt. „Um die Pflege des Grabes kümmert sich die Kirchengemeinde“, so Loose-Stolten.

Für den Gettorfer Friedhof sind weitere Neuerungen geplant. Als Beispiele nennt die Pastorin einen Gedenkstein für ein Erdbestattungs-Gemeinschaftsgrab sowie die Möglichkeit der Urnenbaumbestattung.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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