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Pfandverordnung ausgesetzt

Abfallvermeidung Pfandverordnung ausgesetzt

Der Beschluss zur Abfallvermeidung des Eckernförder Umweltausschusses wird vorerst ausgesetzt. Während einer Informationsveranstaltung wurde festgelegt, einen Arbeitskreis zu gründen, der für Feinschliff des Beschlusses sorgt. Betroffene hatten sich kritisch geäußert.

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Für Florian Grabowski ist die Pfandverordnung trotz biologisch voll abbaubarer Becher existenzbedrohend. Zudem hätte der Käufer selten Chancen, das Pfand zurück zu bekommen: Markttage sind nur zweimal die Woche jeweils vormittags.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Florian Grabowski ist sauer, richtig sauer. Der Betreiber des Kaffeewagens hätte bei Umsetzung des Beschlusses zur Abfallvermeidung vom Umweltausschuss 16000 Becher wegwerfen können. Dabei sind diese zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Zwei Euro Pfand bedeuten: Der Coffee-to-go kostet dann 4,70 Euro. „Das wird niemand bezahlen wollen“, so die Einschätzung des 22-jährigen Marktbeschickers. Die Konsequenz: Umstellung auf Plastikbecher, denn die kosten ein Zehntel der bisherigen Behältnisse. „Das ist doch wirklich kontraproduktiv“, so der Kaffee-Eexperte.

 Der Umweltausschuss der Stadt Eckernförde hatte in seiner Sitzung am 10. November einen Beschluss zur Abfallvermeidung beschlossen. Damit würden sich die „Spielregeln“ der Standbetreiber auf öffentlichen Verkehrsflächen im Stadtgebiet verändern. Die Stadtverwaltung ist mit der Umsetzung betraut. Um über die kommenden Regeln aufzuklären, lud die Stadtverwaltung am Mittwochmittag nach Marktschluss zu einer nicht öffentlichen Sitzung alle Betroffenen in das Rathaus ein.

 Das Ergebnis: Der Beschluss wird vorerst ausgesetzt. „Wenn sich jetzt schon jemand daran hält, begrüßen wir das sehr“, so Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke, doch solle nun zunächst ein Arbeitskreis gegründet werden, der für Feinschliff des Beschlusses sorge. Matthias Huber, Fraktionsvorsitzender des Bürger-Forums und Mitinitiator des ursprünglichen Antrags, bedauerte, nicht gleich die Betroffenen mit ins Boot genommen zu haben.

 Irritationen entstanden schon im Vorfeld des Treffens am Mittwoch. „Es ist eine Ungleichbehandlung“, so Grabowski. Die Bäckereien dürfen ihre Waren ohne Pfand mitgeben, wir nicht.“ Er selbst halte die hinter dem Beschluss stehende Idee für sinnvoll, aber nicht im Detail zu Ende gedacht. So geht es auch Wilfried Wagner, Veranstalter des Fischmarktes. „Dann könnten die Leute bei Aldi Capri-Sonne ohne Pfand kaufen und es sich am Fischmarkt auszahlen lassen“, so Wagner. Für eine Müllvermeidung steht aber auch Wagner: „Plastikmüll wird zu einer steigenden Belastung für die Meere, das wollen unsere Marktbetreiber gerne vermeiden helfen.“

 Doch mit der Umsetzung des Beschlusses, der von Bürgerforum, Grünen und der FDP im Ausschuss nach Ansicht der Kritiker zu schnell durchgesetzt wurde, aber zu kurz gegriffen ist, sind in dieser Form viele Marktbetreiber nicht einverstanden. Geschirr, Bestecke, anderes Mitgabe-Material wie Pappen und Verpackungen von Gütern wie Dosen oder Capri-Sonnen, die für den sofortigen Verbrauch bestimmt sind, sollen zukünftig mit mindestens zwei Euro Pfand belegt werden. So sah es auch die neue Vorschrift zur Müllvermeidung für den Fischmarkt ab 2016 vor. Für den Weihnachtsmarkt sollte diese Regelung schon seit 27. November gelten.

 Alexander Pack-Blumenau, Sprecher der Marktbetreiber, begrüßte die Bereitschaft von Politik und Verwaltung, dem Vorhaben eine neue Chance mittels einer Detailbearbeitung zu geben. „Da war richtig Dampf im Kessel“, schilderte er die Stimmung vor der Sitzung. Doch nun sei man optimistisch, gemeinsam eine sinnvolle Lösung zu finden.

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