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Ein Fest der Freudentränen

Bilanz Green Screen Ein Fest der Freudentränen

Nach dem Festival ist vor dem Festival: Green Screen geht mit Rekorden in Runde elf. Zum Jubiläum im zehnten Jahr nach Gründung durch den Kieler Filmemacher Gerald Grote und einigen Eckernfördern zog es an fünf Tagen 150 Naturfilmer und 17100 Besucher nach Eckernförde.

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Glückliches Team am Montag nach dem Filmfestival: Fördervereinsvorsitzende Ulrike Lafrenz, Geschäftsführer Markus Behrens, Organisator Carsten Füg, Intendant und Gründer Gerald Grote und Sprecher Michael van Bürk (v.l.).

Quelle: Cornelia Müller

Eckernförde. „Runder denn je“ charakterisiert Intendant Grote das Naturfilmfestival, zu dem der Großteil der weltweiten Naturfilmeszene anreiste. Die 120 Ehrenamtlichen hatten 155 Veranstaltungen an sechs Kino-Spielorten und zusätzlich im Stadthotel sowie auf der Carlshöhe aus dem Boden gestampft. „Eine unglaubliche Leistung“, sind sich Grote und Ulrike Lafrenz, Vorsitzendes des Fördervereins, einig. „Nach beständigem Wachstum sind wir offensichtlich geschult, auch Probleme ruhiger zu lösen“, so Grote. „Ein solcher Fall hat sich später sogar als Glück entpuppt.“ Den gibt er gern preis. Bei der Jugendfilmpreisverleihung, die im festlichen Rahmen mit den Moderatoren Christine Nissen und Jan-Ole Hoffman in Carls Showpalast stattfand, hakte die Technik. Schade natürlich für die Heinz-Sielmann-Stiftung, die ihre CAMäleon-Preisvergabe an Nachwuchsfilmer nach Eckernförde verlegt hatte, wie für die jungen Eekholt-Filmpreisträger und die Sieger im Nachwuchsfilmwettbewerb des Landes. Gamander López-Caparrós Jungmann aus Aachen kamen zunächst die Tränen, dass sein junges Werk gar nicht gezeigt werden konnte. Zum Trost lief es später als Vorfilm zu einem Herbert-Ostwald-Streifen, was Kurzfilmpreisträger Sven Bohde in die Hand genommen hatte. Der Lohn: Der anwesende Kölner Zoodirektor war so angetan, dass er Gamanders Film dort zeigen will.

 „Auch sonst war’s ein Fest der Tränen“, sagt Grote lächelnd. „Der großen Freudentränen. Ich habe die Preisgala in der Stadthalle als die schönste bisher erlebt.“ Mit Lob sei das gesamte Team auch von Besuchern überschüttet worden, ergänzen Lafrenz und Festivalsprecher Michaels van Bürk. Beispiel: Ein neuer Sponsor „war perplex, dass sich hinter Green Screen so etwas Großartiges verbirgt“. Seine Unterstützung ist für 2017 gesichert. Einige Filmemacher, die keine eigenen Streifen zeigten, unterbrachen Dreharbeiten und reisten noch schnell verspätet an, um die familiäre Atmosphäre zu genießen und Kollegen zu treffen, darunter Größen wie der Autor und Moderator Volker Arzt.

 Die von dem Eckernförder Günter Haß und dem Traditonssegler-Verein „Freddy“ gesponserten Törns für Filmemacher wurden wegen der Nachfrage schnell auf drei erweitert. Bürgermeister Jörg Sibbel hatte die Ehrenamtler zum Dank Sonntagabend zu deren Überraschung zu einem Fest ins Rathaus geladen. Alle Helfer verewigten sich obendrein im Goldenen Buch.

 Was hat sich Green Screen für 2017 auf die Fahnen geschrieben? Geschäftsführer Markus Behrens und Organisator Carsten Füg: „Ohne professionelles Kino können wir nicht mehr wachsen. Die Zahl der Spielstätten und Sitzplätze ist erschöpft. Noch mehr Qualität und zusätzliche Angebote sind unsere Ziele.“ Grote hat schon eine Idee: Eine Filmemachernacht zum Tanzen auf der Carlshöhe, für die Gästekarten verlost werden. Titel: Schräge Vögel. Dass Bürgervorsteherin Karin Himstedt den Intendanten bei der Eröffnung so genannte hatte – liebevoll natürlich –, „gefällt mir“, sagt er. „So sind wir Filmleute ja. Und zum Thema Naturfilm passt es erst recht.“

 Green Screen 2016 begann erstmals an einem Mittwoch und dauerte bis Sonntag. Das Konzept kam an, zumal zu den Siegerfilmenvorführungen Familien noch spontan Karten mit Ermäßigung kaufen konnten. Die fünf Tage boten 155 Veranstaltungen, darunter auch hochkarätige Filmemacher-Seminare, die für Aktive kostenlos waren. Sie waren laut Festivalleitung „mehr als ausgebucht“. 150 Filmemacher kamen, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Über 100 Filme wurden gespielt. 70 waren schon vorab ausverkauft.

 An drei Vormittagen zeigte Green Screen ein Zusatz-Programm für Schulklassen, zu denen 3160 Kinder mit Lehrern kamen. 2015 waren es 2400. Erstmals waren auch 60 Schüler aus dem dänischen Sonderburg eingeladen. Dort zeigt das Festival am Freitag, 23. September, vor 1000 Schülern und 500 Erwachsenen mehrere Filme.

 Die Zahl der Zuschauer in Eckernförde stieg von 16500 (2015) auf 17100. Im Oktober geht Green Screen für 18 filmerfahrene Schüler mit der Naturfilmer-Woche im Wattenmeer weiter. Im Januar bietet die Winterfilmreihe in Eckernförde zehn Vorstellungen. Im März 2017 folgt die Schulfilmwoche an vier Standorten, darunter Kiel. Green Screen 2017 findet vom 13. bis 17. September statt. Geplant ist am Sonntag parallel erneut der Green Market der Mohltied.

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Cornelia Müller
Eckernförder Nachrichten

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