22 ° / 13 ° Gewitter

Navigation:
Mit Süßem auf der Erfolgsspur

Bonbonkocherei Mit Süßem auf der Erfolgsspur

Begonnen hat alles mit einem kleinen Spleen: Hermann Hinrichs studierte Maschinenbau und restaurierte dabei zur Entspannung alte Bonbonmaschinen. Über Umwege entstand daraus die Bonbonkocherei in Eckernförde. Und die gibt es jetzt seit mittlerweile zehn Jahren.

Voriger Artikel
Fischfeste und Museums-Ausbau
Nächster Artikel
Jubel an der Rennstrecke in Noer

Die Bonbonkocher Jan Schiffer (links) und Antonio Rohde zeigen die Abläufe der Produktion.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Diealten Bonbonmaschinen wollte Hermann Hinrichs schließlich auch ausprobieren. Aus dem Hobby wurde schließlich der Beruf, den er erst auf Märkten ausübte und der in der Gründung der Bonbonkocherei in Eckernförde mündete. Die gibt es jetzt seit zehn Jahren, und sie ist längst fester Bestandteil fast jedes Stadtbesuchers und der meisten einheimischen Leckermäuler.

 Im Jahr 2000 entstand gemeinsam mit Lehramtsstudentin Heike Herbst die Idee, eine Bonbonkocherei zu gründen. „Doch wir wollten nicht nur produzieren, sondern diesen Vorgang auch für andere sichtbar machen“, erklärt Hinrichs. Ein Standort war bald gefunden: In der Frau-Clara-Straße 22 erwarben die beiden ein 2004 ein Wohnhaus mit Hintergebäuden. Letztere sollten Standort der Kocherei werden, doch da hieß es, die Ärmel aufzukrempeln und Hand anzulegen – und das neben dem Alltag mit Schuldienst und Marktbeschickung.

 Nach zwei Jahren Restaurierung und unter Einsatz aller verfügbaren finanziellen Mittel konnte 2006 die Kocherei eröffnet werden. In einem Verkaufsraum können bis heute hunderte verschiedener Bonbons erworben werden. Hinter einer Glaswand kann die Produktion beobachtet werden. Gerne erläutern die Bonbonkocher Jan Schiffer und Antonio Rohde, was sie da tun, wenn sie die heiße Bonbonmasse bearbeiten, die auf den Arbeitsflächen langsam abkühlen lassen, schließlich in Streifen formen und durch die historischen Formwalzen laufen lassen. Auf der anderen Seite der Glaswand stehen oft Besuchergruppen, wie am Mittwoch dieser Woche eine Schulklasse aus Hamburg. Den Kindern läuft die Spucke im Mund zusammen, wenn Schiffer mit kernigen Sprüchen seine Arbeit erklärt und den Schülern die fertigen Produkte mit dem Spruch „Oh, ist das lecker“ durch die Glaswand zeigt – und die Bonbons zunächst noch unerreichbar scheinen. Doch der Bonbonkocher lässt sich nicht lumpen und kommt auf die andere Seite, lässt alle probieren und ist des Lobes sicher.

 Am beliebtesten sind die kleinen Muschelbonbons. Jeder Kunde habe aber seine Vorlieben, erläutert Hinrichs. Und dafür würden sie von weit weg kommen: So schaue ein Kunde aus New York regelmäßig vorbei, wenn er auf dem Weg zu seinem Sohn nach Kopenhagen sei. Eine Australierin lasse stets ein Paket an einen Vetter in Schweden schicken, Promi-Koch Tim Mälzer informierte sich ebenso und kaufte Bonbons wie auch Schauspieler Wayne Carpendale. „Die meisten Prominenten erkennen wir nicht, wir kommen nicht dazu, fernzusehen“, sagt Heike Herbst. Merken würden sie die Anwesenheit von besonderen Besuchern meist nur an den Reaktionen der anderen Gäste.

 2014 wurde ein zusätzlicher Trakt zu einem Schokoladenzentrum umgebaut. Die Produktion dort ist aufwendiger, schwieriger. „Unser Hauptstandbein bleibt die Bonbonkocherei“, sagt Hinrichs, der bald auch Platz schaffen möchte für zumindest eine Bonbonmaschine, die er in Funktion seinen Besuchern zeigen möchte. „Platz für mehr haben wir nicht, da bräuchten wir mindestens 200 Quadratmeter, um alle Maschinen aus unserem Bestand zu zeigen.“

 Wie viele Besucher im Jahr kommen, das wissen die Bonbonkocher nicht. „Darauf kommt es auch nicht an“, so Hinrichs. „Wir möchten, dass sie den Besuch bei uns als schönes Erlebnis mit nach Hause nehmen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3