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Die Chance ergriffen

19 Kommunen – ein Vertrag Die Chance ergriffen

Riesebys Bürgermeister Jens Kolls (SPD) und Kappelns Verwaltungschef Heiko Traulsen (parteilos) machten es endgültig perfekt. Ihre Unterschriften besiegelten am Mittwoch den Vertrag zur Gründung eines Breitbandzweckverbands (BZV).

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Als Bürgermeister der größten Gemeinden unterzeichneten Heiko Trauslsen aus Kappeln (sitzend 2. links) und Jens Kolls (2. von rechts) aus Rieseby zuletzt den Gründungsvertrag für den Breitbandzweckverband. Auch die Vertreter der 17 anderen Kommunen hatten zuvor zugestimmt.

Quelle: Rainer Krüger

Gammelby. 18 Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und die Stadt Kappeln schließen sich zusammen, um gemeinsam ein Leerrohnetz für Glasfaserkabel zu legen. Geschätzt 23,4 Millionen Euro Investitionen erfordert das Projekt, wenn alle rund 26500 Einwohner des Bereichs angeschlossen werden sollten. Als Bürgermeister der einwohnerreichsten Kommunen gaben Kolls und Traulsen beim Unterzeichnungstermin im Landgasthaus Gammelby den Startschuss. Das Ziel: Der BZV will einen Netzbetreiber suchen, der das Rohrsystem 25 Jahre pachtet und Haushalte von Altenhof bis Kappeln mit zeitgemäß schnellem Internet versorgt. Durch die Pachteinnahmen sollen die Investitionen wieder hereinkommen.

 Amtsdirektor Gunnar Bock bedankte sich als Initiator deS Projektes für die Unterstützung. „Von 226 Gemeindevertretern haben bei den Voten in den Kommunen 221 zugestimmt. Das spiegelt die Nachfrage bei den Gewerbetreibenden und den Bürgern wider.“ Traulsen sah die Unterzeichnung als „eine historische Chance“ auch für über den BZV hinausgehende Kooperationen. „Kappeln sucht händeringend neue Gewerbeflächen. Gespräche mit dem Amt Schlei-Ostsee laufen.“ Traulsen kann sich in Zukunft ein interkommunales Gewerbegebiet vorstellen. Bock und Amtsvorsteher Rainer Röhl (FWGF) aus Fleckeby skizzierten den weiteren Ablauf für den BZV. Wenn das Landesinnenministerium den Vertrag genehmigt hat, soll es am 13. Januar 2016 die konstituierende Sitzung in Eckernförde geben. Auf ihr wird der Verbandsvorsteher gewählt.

 Nach der feierlichen Unterzeichnung folgte dann die reguläre Sitzung des Amtsausschusses – aber mit einer unerwarteten Diskussion. Die brachte Mitglied Frank Dreves (WGR) aus Rieseby zum Thema Windkraft in Gang. Anlass dafür war die mögliche Genehmigung neuer Anlagen. Nach dem Windkraftgipfel in Kiel mit Ministerpräsident Torsten Albig hat die Landesregierung eine Karte veröffentlicht. Auf der sind die Flächen verzeichnet, auf denen der Bau von Windkraftanlagen nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist. Wie auf einem von Bauamtsleiter Norbert Jordan aufgehängten Ausdruck zu sehen war, gibt es davon viele in Schwansen. „50 bis 60 Großwindanlagen“ mit über 200 Metern Höhe könnten möglicherweise errichtet werden, so Dreves: „Wir sollten da tätig werden, denn sonst führen wir den Tourismus in Schwansen ad absurdum.“ Er forderte den Ausschuss auf, sich mit einer Resolution zu positionieren. Insbesondere, weil das Land an einer Studie zur Einstufung von Gebieten als sogenannte charakteristische Landschaftsräume arbeitet.

 Bis 2012 galt Schwansen als charakteristischer Landschaftsraum, was den Bau von neuen Windrädern ausschloss. Damps Bürgermeister Horst Böttcher (SPD) hatte gegen eine Resolution nichts einzuwenden. Bürgermeister Dirk Radeck (BG Holzdorf) hingegen schon, denn dort laufen bereits Planungen für einen Windpark. So kam die Resolution nicht auf die Tagesordnung. Bock wies aber den Weg, mit dem Thema weiter zu verfahren: „Den Gemeinden steht es frei, selbst einen Beschluss zu fassen“ – auch in Abstimmung untereinander.

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