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Aus für Lebensmittelmarkt

Brekendorf Aus für Lebensmittelmarkt

Mit viel Elan und Optimismus eröffnete Andree Buchholz am 7. Juli 2011 wieder in Brekendorf das Lebensmittelgeschäft der Jochimsens, Dorfstraße 45, nachdem dieses fast ein Jahr lang leer gestanden hatte. Nun schließt der 28-Jährige Ende Juni seinen Laden.

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Keine Perspektive: Nach fünf arbeitsintensiven Jahren hört Andree Buchholz Ende Juni als Betreiber des Lebensmittelgeschäfts "IK - Ihr Kaufmann" auf. Es bliebe kein Geld für seine Altersversorgung übrig, erklärt der 33-Jährige.

Quelle: Birgit Johann

Brekendorf. Der junge Einzelhandelskaufmann war damals 28 Jahre alt und zuversichtlich, dass sich seine Entscheidung als Win-Win-Situation für die 1000-Einwohner-Gemeinde und ihn entwickeln könnte. Fünf Jahre haben ihn etwas anderes gelehrt: „Es bleibt nichts für meine Altersversorgung übrig“, stellt er desillusioniert fest. Und das bei 60 Stunden Öffnungszeiten pro Woche. Am 30. Juni hört Andree Buchholz darum auf, und Brekendorf ist ab Juli erneut ohne Lebensmittelgeschäft.

„Eine Katastrophe“, findet Bürgermeister Gerhard Guthardt. Da der junge Mann seinen Entschluss der Gemeinde schon vor einiger Zeit mitgeteilt hat, sucht man angestrengt nach einer Lösung. Mehrere Gemeindegremien haben sich des Themas „Lebensmittelversorgung in Brekendorf“ angenommen, bisher ohne konkretes Ergebnis. Aber es gebe Vorschläge, über die er zurzeit noch nichts verlauten lassen könne, sagt der Bürgermeister.

Schon seit 1903 ist das Geschäft von Dorothea und Bernd Jochimsen im Familieneigentum. Da es nur 100 Quadratmeter groß ist, befürchtet Gerhard Guthardt, es könne für heutige Anforderungen ohnehin zu klein sein. Und für einen Anbau fehle dort der Platz.

Nicht nur der Bürgermeister, auch andere Kunden können die Entscheidung von Andree Buchholz jedoch nachvollziehen. Die treue Stammkundin Ingrid Oberjat bedauert die Schließung des Geschäfts sehr, aber sie wünscht dem 33-jährigen Brekendorfer für seine künftige berufliche Laufbahn von Herzen alle Gute. Dies tun auch Annelene Schröder und Christa Tödt, die ebenfalls regelmäßig in dem kleinen Laden der Kette „IK – Ihr Kaufmann“ der Bartels-Langness Handelsgesellschaft vorbeischauen. Auch, um das schwarze Brett in dem zentral gelegenen Lädchen zu inspizieren, oder um sich mit anderen zu unterhalten. „Das ist hier ein Treffpunkt“, sagt Buchholz.

Er klagt niemanden an, dass er bei ihm zu wenig einkauft, sondern stellt nüchtern fest, dass das Sortiment in Anbetracht der Raumgröße nur begrenzt sein kann, dass er vier Tiefkühltruhen, ein Kühlwandregal sowie zwei Kühlschränke vorhält, dass die Pacht völlig in Ordnung, die Nebenkosten aber horrend seien, und dass er seit fünf Jahren keinen Urlaub mehr gemacht habe.

Andree Buchholz` Tag beginnt um 4.20 Uhr, um 5.20 Uhr ist er im Laden, um die Zeitungen und die Brötchenlieferung der Bäckerei Rehbehn aus Ascheffel zu sortieren. Zwischen 12 und 14.30 Uhr macht er Mittagspause, und bis auf mittwochs hat er anschließend von montags bis freitags bis 18 Uhr geöffnet. Sonnabends ist von 7 bis 13 Uhr Betrieb. Für 52 Stunden pro Monat beschäftigt er eine 450-Euro-Kraft, die unter anderem am Sonntag von 7.30 bis 10 Uhr Kunden bedient.

Sie habe sich bereits um eine andere Stelle bemüht, erklärt Buchholz. Was er selber machen werde, stünde noch nicht fest.

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