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Reitverein leidet unter Razzia-Wirbel

Brekendorf Reitverein leidet unter Razzia-Wirbel

Der Reit- und Fahrverein Brekendorf ringt um sein Fortbestehen. Wie jetzt anlässlich der Jahresversammlung bekannt wurde, hat der Verein nur noch 47 Mitglieder. Anfang 2015 waren es noch etwa 80. Der Razzia-Wirbel der vergangenen Jahre hat dem Ruf des Vereins geschadet.

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Unterricht mit Paula (links) und Mette: Arno Krause (rechts), Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Brekendorf, wünscht der Organisation wieder so viele Mitglieder wie früher.

Quelle: Birgit Johann

Brekendorf. Skandale um beschlagnahmte Pferde, Gerichtsverhandlungen um angebliche Tierquälerei: Auch wenn diese laut Gerichtsurteil gar nicht vorlag (KN berichtete am 16. September 2015), leidet der Ruf des Vereins unter dem ganzen Wirbel der vergangenen beiden Jahre.

„Mit großem Dank bedenke ich unsere treuen Freunde, die trotz aller Widrigkeiten ihre jungen Pferde wieder den jugendlichen Reitern zur Ausbildung anvertrauen“, betonte der Vorsitzende Arno Krause. Dies sei in Anbetracht der Vergangenheit nicht selbstverständlich. Ende Januar 2014 waren in Brekendorf 60 Pferde bei einer Großrazzia von der Staatsanwaltschaft Kiel beschlagnahmt worden. Nach Monaten hatte der Verein zumindest seine eigenen vier Schulpferde zurückerhalten. Immer noch laufen momentan Verhandlungen um das rechtmäßige Eigentum einiger anderer Pferde. Und um dieses Thema und nicht etwa um Tierquälerei sei es eigentlich von Anfang an gegangen, mutmaßte Krause, auch wenn von den Behörden damals anderes verlautet sei. Er hat die Staatsanwaltschaft Kiel inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe angezeigt, weil er die Razzia, die Mensch und Tier traumatisierte, für unangemessen hielt.

Man sollte aber jetzt auch nach vorne schauen, schlug der Vereinschef vor. Er hoffe, dass der immer noch wahrnehmbare Überwachungsdruck von Kreisveterinärin Kristina Hein allmählich nachlasse: „Ich habe mich wirklich aufs Äußerste bemüht, den Forderungen und Wünschen Rechnung zu tragen, auch wenn unsere Vorstellungen über Pferdehaltung in einigen Punkten nicht deckungsgleich sind.“

Im Verein spiegele sich „ein vielleicht einmaliges Miteinander von Pferdebesitzern und Mitgliedern“ wieder, lobte der Vorsitzende. Krause dankte vor allem den jugendlichen Reitern: Sie pflegten und ritten die Tiere und übernehmen einen großen Teil des Stalldienstes. Ohne sie könne weder der Betrieb noch der Standort des Vereins am Westrand von Brekendorf erhalten werden. Er appellierte: „Bleibt uns bitte treu, denn ihr seid die Gegenwart und die Zukunft!“

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