17 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Tuberkulose-Alarm in Kita in Bünsdorf

Tests angeordnet Tuberkulose-Alarm in Kita in Bünsdorf

Er lebte vier Monate lang im Kirchenasyl in Bünsdorf und steckte möglicherweise Mädchen und Jungen im evangelischen Kindergarten mit Tuberkulose (TB) an. Der Fall des erkrankten Flüchtlings aus dem Jemen hat im Ort für Betroffenheit gesorgt.

Voriger Artikel
Green Screen verdient am Wohlstandsmüll
Nächster Artikel
Ein Frühstück an der Ostsee

Die 18 Mädchen und Jungen im evangelischen Kindergarten in Bünsdorf werden vorsorglich auf Tuberkulose untersucht.

Quelle: Rainer Krüger

Bünsdorf. Ein Erkrankter Flüchtling im Kirchenasyl hatte Kontakt zu Kindern im evangelischen Kindergarten in Bünsdorf. An einen Informationsabend der Kirchengemeinde klärte Ärztin Christin Hettich über die vom Kreis Rendsburg-Eckernförde eingeleiteten Untersuchungen auf. 20 Bünsdorfer waren gekommen.

Bislang lasse sich laut Hettich nicht sagen, ob jemand durch den Flüchtling angesteckt wurde. Am Dienstag vergangener Woche hatte das Kreisgesundheitsamt die Eltern der 18 Kinder informiert und Tests angeordnet. „Für Kinder unter fünf Jahren sind das ein Hauttest, ein Röntgenbild und eine körperliche Untersuchung. Nach acht bis zwölf Wochen ist eine Kontrolle vorgesehen“, berichtete Hettich.

Tuberkulose mit Medikamenten heilbar

„Tuberkulose ist in Deutschland nicht eine der führenden Todesursachen. In der Regel ist Tuberkulose hier mit Medikamenten heilbar“, fügte sie hinzu. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gab es den Angaben zufolge zwischen 2012 und 2016 insgesamt 32 Tuberkulose-Untersuchungen, in 20 Fällen bestätigte sich der Verdacht.

Doch wie erfolgt die Ansteckung? Bei einer offenen Lungentuberkulose würden Erkrankte Erreger beim Husten und Niesen ausscheiden. Infektionsmöglichkeiten bestünden bei engem Kontakt, alternativ wenn man mit Erkrankten acht Stunden in geschlossenen Räumen verbringe.

Bünsdorf: Tuberkulose-Erkrankter hatte Kirchenasyl

Der Mann war von Ende Januar bis Ende Mai im Gemeindehaus untergebracht. Mit Kindern der Kita habe er im Außenbereich Kontakt gehabt. Auch kirchliche Kindergruppen habe er besucht. Hettich verteilte Fragebögen an die betroffenen Eltern. Sie sollten prüfen, ob in den vergangen Monaten über acht Stunden Kontakt bestand.

Hettich stufte die Erkrankung des Manns als „relevant ansteckend“ ein. Propst Sönke Funck betonte, dass der Mann im Kirchenasyl das Recht hatte mit Duldung der Erzieherinnen in der Kita vorbeizuschauen. Er durfte sich laut Funck in kirchlichen Gebäuden bewegen, dazu zählte auch die Kita in kirchlicher Trägerschaft.

Von Rainer Krüger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3