23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Gegenwind baut sich auf

Neudorf-Bornstein Gegenwind baut sich auf

Windkraftanlagen in einem Abstand von rund 450 Metern zu Häusern in Bornstein dürfen nicht sein. So lautetet die einhellige Meinung von Caroline Heitkämper (52), Helge Möller (55) und Christine Nissen (66). Die Drei sind Sprecher der Bürgerinitiative Gegenwind Bornstein.

Voriger Artikel
Ein Plakat für Green Screen
Nächster Artikel
10. Festival verspricht Überraschungen

Abwägungsbereiche für das Nutzen von Windenergie reichen bis 450 Meter an den Ortskern von Bornstein heran. Caroline Heitkämper (links), Helge Möller und Christine Nissen treten für einen 800-Meter-Abstand ein.

Quelle: Rainer I. Krüger

Neudorf-Bornstein. Die Gruppe versucht den drohenden Bau von Rädern in der Nachbarschaft zu verhindern.

Ihr Ziel ist es, auf die Landesplanung Einfluss zu nehmen. Die ist gerade dabei einen neuen Regionalplan aufzustellen. Ihr jüngster Planentwurf – die sogenannte Windkarte – zeigt zwei neue Abwägungsbereiche für Windenenergienutzung in der Gemeinde Neudorf-Bornstein auf, die vorher nicht ausgewiesen waren. „Als wir die Flächen sahen, war uns klar, dass wir handeln mussten“, sagt Möller. Denn die Bereiche, wo nach dem vorläufigen Planungsstand Windräder gebaut werden könnten, reicht bis zu 450 Meter an Wohnhäuser heran. „Ein so geringer Abstand kann eigentlich nur durch eine Informationslücke bei der Landesplanung zustande gekommen sein“, ist sich Caroline Heitkämper sicher. Denn nach ihren Informationen müssen neue Windkraftanlagen mindestens 800 Meter entfernt von Siedlungen stehen. Ein 400-Meter-Abstand sei nur bei Einzelhäusern und Splittersiedlungen zulässig. „Eine Splittersiedlung sind wir hier auf keinen Fall“, findet Christine Nissen. Denn im betroffenen Eingangsbereich der Bornsteiner Straße wohnen 68 Erwachsene und Kinder. „Dabei handelt es sich um den historischen Dorfkern“, führt sie weiter an.

Für die Bürgerinitiative sind die Abwägungsbereiche in dieser Nähe „unzumutbar“. Sie fordert daher einen Mindestabstand von 800 Metern. „Wir haben eine Eingabe gemacht und hoffen, dass die Landesplanung mit den neuen Informationen zu einer anderen Entscheidung kommt“, sagt Heitkämper. Falls die Bereiche ausgewiesen bleiben, wäre die Bürgerinitiative auch zu rechtlichen Schritten bereit. „Ein Fachanwalt hat uns versichert, dass wir gute Chancen hätten.“

Die Abwägungsbereiche liegen nördlich und südlich der Bornsteiner Straße. Gegen das Areal im Norden spricht nach Ansicht von Heitkämper auch, dass zu ihr im Ökokonto der Gemeinde verzeichnete Flächen gehören. Zudem sei auch der Artenschutz relevant. „Dort brüten auf der Roten Liste stehende Sumpfohreulen.“

Ein KN-Artikel hatte die Bornsteiner Anfang März aufs Problem gestoßen. Inzwischen wurden Unterschriften gesammelt. „Die Leute aus dem Dorfkern stehen hinter uns“, so Heitkämper. Mit Plakaten an der Bornsteiner Straße weisen die Gegenwind-Aktivisten auf ihr Anliegen hin. Im Internet sind sie unter www.gegenwind-bornstein.de präsent. Bei einem Treffen am Dienstag, 3. Mai, ab 20 Uhr auf dem Möller-Hof wollen sie ihre Position öffentlich darlegen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Eckernförde 2/3