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Bürgerpark wird zur Oase

Eckernförde Bürgerpark wird zur Oase

Die Zeiten, in denen korrekt geschnittene Rasenkanten und sorgsam ausgewählte Pflanzen den Eckernförder Bürgerpark prägten, sind vorüber. Seit gut zwei Jahren sprießt und blüht es auf dem grünen Areal zwischen Bergstraße und Vogelsang in einer so bislang nicht gekannten Vielfalt. Sylvia Bent, Leiterin der Stadtgärtnerei, und Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler, die für den neuen Look verantwortlich zeichnen, freuen sich über den großen Zuspruch aus der Bevölkerung.

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Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler und Sylvia Bent, Leiterin der Stadtgärtnerei, freuen sich über die blühende Pracht im Eckernförder Bürgerpark.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde.  „Viele finden das toll“, sagt Ziegler, während er konzentriert den Flug einer Wildbiene verfolgt. Wenig später setzt sich das Insekt auf eine gelbe Blume. „Der Kriechende Hahnenfuß ist bei den Bienen sehr gefragt“, erklärt Ziegler, der Ideengeber für das neue Pflegekonzept ist, das von der Stadtgärtnerei umgesetzt wird. Doch nicht nur der Kriechende, auch der Goldene und der Scharfe Hahnenfuß haben sich bereits im Park unterhalb des einstigen Kreishauses angesiedelt. Und der Ehrenpreis gehe, wie Ziegler freudig verkündet, „ab wie eine Rakete.“ Ebenso wie das Wiesen-Schaumkraut, das neben Gänseblümchen und Löwenzahn große Flächen der Wiese mit seinem rosa Blütenflor überzieht. „Die Pflanzen sollen sich ausbreiten“, unterstreicht Sylvia Bent das gesteckte Ziel einer extensiv bewirtschaften Wiese, die Ende Juni erstmals in diesem Jahr gemäht wird.

 Bis der Endzustand erreicht ist, werden noch einige Jahre vergehen. „Gut ein Drittel des Weges haben wir hinter uns“, rechnet Ziegler vor. In einer paar Jahren, so hofft auch die Leiterin der Stadtgärtnerei, wird die Wiese von einer blau-gelben Blütenpracht geprägt sein. Blüten und Pflanzen, die zahlreiche Tiere anziehen und damit zur ökologischen Vielfalt und Stabilität beitragen.

 Zieglers Blicke schweifen umher. Fünf verschiedene Arten von Wildbienen hat er bereits ausgemacht. Aber auch seltene Vögel, wie zum Beispiel der Stieglitz (Distelfink), wurden schon auf der Wiese gesichtet. Doch nicht über alle Tiere, die sich hier bewegen, freuen sich die beiden Fachleute. „Leider laufen hier auch viele Hunde frei herum, die ihr Geschäft im Grün verrichten, ohne dass sich die Besitzer darum kümmern“, bedauern sie. Der Park solle zwar ständig für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, doch ein wenig Rücksichtnahme sei schon angebracht.

 Dass es nicht nur seitens der Politik, sondern vor allem auch aus der Bevölkerung heraus immer mehr Rückhalt für das Konzept der Artenvielfalt im Bereich des Bürgerparks gebe, freut Bent und Ziegler. Sie sehen sich nicht zuletzt durch den großen Zuspruch der Eckernförder auf dem richtigen Weg.

 Inzwischen wurden im Bereich der Eingänge zum Park Info-Tafeln aufgestellt, die die Besonderheiten der Vegetation erläutern.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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