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Adventsmeile Dänischenhagen Bunter Häkelspaß

Wenn Kinder in Dänischenhagen mit Stempelzetteln aufgeregt von Geschäft zu Geschäft flitzen und wenn es in der Dorfstraße, in der Scharnhagener Straße und in der Mühlenstraße so trubelig zugeht wie in einer städtischen Fußgängerzone, dann ist völlig klar: Es ist wieder „Adventsmeile“! Am Freitag und Sonnabend fand diese beliebte vorweihnachtliche Aktion bereits zum neunten Male statt.

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Sogar Fahrräder werden zugehäkelt. Edeltraud Hoppe-Seiler (56) zeigt Julia (9), Theresa (9) und Lotta (8; von links), was man mit Nadel, Wollresten und Fantasie alles machen kann.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Dänischenhagen. Normalerweise kommen laut Organisatorin Sarah Förstner-Laschinsky, Inhaberin eines Inkassobüros, um die 5000 Besucher. In diesem Jahr, so vermutet sie, dürften es wegen des herbstlichen Schmuddelwetters ein paar weniger gewesen sein.

Doch Spaß gemacht hat’s trotzdem – sowohl den Kunden als auch den Geschäftsleuten. „Wenn Adventsmeile ist, dann ist das ganze Dorf in Bewegung“, so Britta Margenberg von „Fachwerk 13“ aus der Mühlenstraße. In den Geschäftsräumen unterhielten an beiden Tagen Asylbewerber aus Eritrea vor großem Publikum mit Livemusik aus ihrer Heimat. Damit wurde sicht- und hörbar, für wen in diesem Jahr der Überschuss der Adventsmeile bestimmt war: für die Flüchtlingshilfe im Amt Dänischenhagen. In der Schule informierten Mitglieder dieses Teams über ihre ehrenamtliche Arbeit und warben dafür, dass sich weitere Helfer anschließen mögen. „Mittlerweile betreuen wir rund 70 Flüchtlinge, Tendenz steigend“, berichtete Sönke Boysen. Die Asylbewerber hatten fleißig gebacken, um die Besucher der Adventsmeile mit landestypischen Spezialitäten zu erfreuen. Nuoman Aldaas, seine Frau Rana und die Kinder Rama (14), Mohammed (13), Raghad (9) und Rawan (5) hatten unter anderem Mamul, ein süßes Gebäck mit Datteln, und Kupe, mit Lammhack gefüllte Teigtaschen, mitgebracht. Die Familie flüchtete zu Lande und zu Wasser über Ägypten und Italien nach Deutschland. „Mein Onkel wurde vom IS ermordet“, berichtete Mohammed.

Ein Stockwerk tiefer in der Schule lud Edeltraud Hoppe-Seiler aus Kiel zum Häkeln ein. Langweilig? Altmodisch? Von wegen! Die Krankenschwester hat sich dem sogenannten Guerilla-Häkeln verschrieben. Bei dieser Disziplin wird mit Wollresten alles gehäkelt, was einem vor die Nadel kommt. Das kann bei Edeltraud Hoppe-Seiler auch schon mal ein Fahrrad sein. Am Wochenende fanden sich in der Schule mehrere Mädchen ein, um mit der coolen Handarbeiterin aus Kiel Manschetten fürs Treppengeländer zu häkeln. Währenddessen ging es in der Kirche richtig gemütlich zu. Der Förderverein hatte einen Basar zugunsten der kirchlichen Jugendarbeit organisiert. Wer sich ein bisschen entspannen wollte, ließ sich in den Bankreihen nieder und genoss die Lounge-Musik der Gruppe All Inclusive. Imagine no possessions, I wonder if you can, no need for greed or hunger, a brotherhood of man – „Imagine von John Lennon ist fast so etwas wie ein geistliches Lied“, waren sich die Bandmitglieder einig.

Bleibt noch nachzutragen, wer die sechs Hauptpreise der Adventsmeile gewonnen hat: Mia Marieke Bürkner, Fabian Endres, Milka Bolz, Thilo Helge Bünning, Finn Matthiesen und Jonathan Waldeck.

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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