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Die Erwartungen sind groß

Gettorf Die Erwartungen sind groß

Es handelt sich um das Herzstück der Gemeinde, das dringend belebt werden soll. Deshalb steckt in Diskussionen über den Gettorfer Ortskern mit seinen Leerständen stets Leidenschaft.

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Die Belebung des Ortskerns ist seit Jahren das erklärte Ziel von Handel und Kommunalpolitik, weshalb die Beratungsgesellschaft Cima die Wohldgemeinde analysiert. Ist ein langer Shoppingabend in diesem Herbst ein Rezept?

Quelle: Jan Torben Budde

Gettorf. So auch am Montagabend im Bauausschuss. Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) sprach Klartext: „Noch fehlt mir Butter bei die Fische.“ Die Forderung nach konkreten Empfehlungen richtete sich an Lisa Scheer und Katja Panic von der bundesweit tätigen Beratungsgesellschaft Cima (Lübeck), die seit März für das Stadtmarketing zuständig ist. „Die Leute wollen etwas sehen“, so Baasch.

Dabei hatte Lisa Scheer zuvor Ergebnisse der Cima-Arbeit präsentiert. „Die erste Phase der Analyse und Beteiligung hat mit der regen Teilnahme der Bürger am Stand des Stadtmarketings beim Rapsblütenfest einen erfolgreichen Abschluss gefunden“, erklärte die Geografin. Sie zählte Schwächen wie „fehlende Frequenz“ in der Fußgängerzone und Leerstände auf. Zu den Stärken gehörten Wochenmarkt, Einzelhandels- und Dienstleistungsstruktur, Cafés als Treffpunkte und gut erhaltene Fassaden. Potenzial sah Lisa Scheer im historischen Wandern im Ort, in der Aufenthaltsqualität, bei Schaufenstern und Kernöffnungszeiten.

„Es kamen viele Wünsche und Anregungen von den Bürgern“, berichtete die Cima-Mitarbeiterin weiter vom Rapsblütenfest. 178 Einwohner aus Gettorf und dem Umland hätten sich beteiligt. Die Belebung des Zentrums sei ein großes Anliegen. Zu den Wünschen gehöre eine Veranstaltung in der zweiten Jahreshälfte. Gesagt, getan. Für Ende Oktober ist Lisa Scheer zufolge ein „Dämmer-Shopping“ unter dem Motto Halloween geplant. Im Handels- und Gewerbeverein (HGV) stieß die Idee nach ihren Worten auf Zustimmung: „Verlängerte Öffnungszeiten von 18 bis 22 Uhr laden zum Einkaufen und Bummeln ein.“ Solch eine Herbstaktion sei auch 2016 denkbar: Ebenso wie eine erneute Bürgerbeteiligung.

Um die Geschäftsleute im Ortskern weiter ins Stadtmarketing einzubeziehen, soll eine „Händlerrunde“ eingerichtet werden.

Die Erwartungen sind groß. Dem Ausschussvorsitzenden Marco Koch (CDU) fehlten „greifbare Ergebnisse“. Die Gemeinde dürfe Ende 2016 nicht mit leeren Hände dastehen. Zum Hintergrund: Die Cima ist im Auftrag des HGV tätig. Das Stadtmarketing wird mit einem kommunalen Topf zur Wirtschaftsförderung finanziert. Arthur Rathje vom HGV warb um Geduld: „Wir haben jahrzehntelang nichts getan, es muss wachsen.“ Nach seiner Auffassung sollten weitere Gespräche mit Händlern und Eigentümern abgewartet werden. Diese Ansicht teilte Kurt Arndt (SPD).

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