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Comeback des Wolfs

Nabu Comeback des Wolfs

Er ist wieder da. Der Wolf ist nach seiner Ausrottung nach Deutschland zurückgekehrt. „Wir müssen wieder lernen, mit dem Wolf umzugehen“, stellte Elvira Freifrau von Schenck fest.

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22 Wolfsnachweise gibt es seit 2007 in Schleswig-Holstein. Mehrere Tiere zusammen gibt es allerdings nur bei der täglichen Fütterung im Wolfsinformationszentrum im Wildpark Eekholt zu sehen.

Quelle: Jan Köster

Eckerförde. Sie gehört zu den 66 Wolfsbetreuern in Schleswig-Holstein. Zudem ist die langjährige Tierärztin im Wildpark Eekholt Vorsitzende des Freien Instituts für Wildtierforschung. Im Wildpark mit eigenem Rudel ist das Wolfsinformationszentrum Schleswig-Holstein angesiedelt. Sie sprach am Dienstag auf Einladung des Eckernförder Ortsvereins des Naturschutzbunds (Nabu) in der Bürgerbegegnungsstätte vor 27 Zuhörern.

Nachdem der Wolfsbestand Anfang des 20. Jahrhunderts auf Null dezimiert worden war, wandern seit 2000 wieder Tiere nach Deutschland ein. Die ersten Wölfe kamen aus Polen. Eingewanderte Tiere wurden bis zur Wiedervereinigung in der DDR abgeschossen. Seit 1990 steht der Wolf unter ganzjährigem Schutz. Derzeit gibt es in Deutschland 31 Rudel, acht Paare und sechs Einzelwölfe. „Wer einen Wolf illegal tötet, muss mit einer Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis rechnen“, erklärte von Schenck.

Den ersten Wolf in Schleswig-Holstein wurde 2007 nachgewiesen. Damals wurde ein Tier in Süsel überfahren. Von Schenck nutzte die Gelegenheit, um zwei Gerüchte zu entkräften. „Die Wölfe wandern nach Schleswig-Holstein ein. Der Wildpark Eekholt hat keine Tiere ausgesetzt.“ Das zweite Gerücht: Nur Rüden wandern. Das konnte von Schenck anschaulich an einem Präparat widerlegen. Es war die ausgestopfte Wölfin, die 2014 bei Reinbek überfahren wurde.

„Wie viele Wölfe gibt es in Schleswig-Holstein?“, lautete eine Frage. Von Schneck konnte sie nicht beantworten. Immerhin führte sie 22 Wolfsnachweise in Schleswig-Holstein seit 2007 an. Sie ging davon aus, dass es derzeit noch keinen territorialen Wolf in Schleswig-Holstein gibt. Zur Herkunft des in der Nacht zum 16. April in Altenhof angefahrenen Wolfs könnte die Expertin keine neuen Erkenntnisse liefern. Da die Proben nur vom Auto stammen, sei die Gen-Untersuchung langwierig und könne über ein Jahr dauern.

Für den Fall, dass Spaziergänger einem Wolf begegnen, hatte von Schenck Tipps parat: „Nicht wegrennen, damit beim Wolf nicht der Beutereflex ausgelöst wird. Vielmehr sich bemerkbar und zum Beispiel durchs Ausbreiten der Arme größer machen, um sich dann zurückzuziehen.“

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