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Ehrenamtliche Helfer stark belastet

DRK-Ortsverband Ehrenamtliche Helfer stark belastet

Dienstag, 16 Uhr. In einer halben Stunde beginnt die Ausgabe von Kleidungsstücken an Bedürftige in der Gasstraße beim DRK-Ortsverband Eckernförde. Vor der Tür stehen zehn Personen, die recht eindeutig der Kategorie Flüchtling zuzuordnen sind. Die Helfer haben ordentlich zu tun.

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Annegret Wilms (53) aus Missunde engagiert sich ehrenamtlich beim DRK in Eckernförde und sucht dringend Mithelfer.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Sie hoffen auf warme Jacken und Hosen, aber auch Handtücher und Unterkleidung ist gefragt. Die Stimmung an diesem Tag ist gut, einige von ihnen sprechen sogar schon ein wenig deutsch. In den Räumen des DRK wird noch Kleidung sortiert. Nicht alles ist gefragt. Dunkle Anzüge beispielsweise seien nicht das, was aktuell gefordert sei. Doch man sei insgesamt gut eingedeckt, sagt Wolfgang Bachor, Vorsitzender des Ortsverbandes, momentan könne man kaum noch Kleiderspenden annehmen, das Lager sei voll. Kleine Größen und Kinderkleidung sei trotzdem jederzeit gern gesehen.

Annegret Wilms (53) aus Missunde hilft ehrenamtlich nach einem langen Arbeitstag in Kiel, die Kleidung zu sortieren und im Ausgaberaum unterzubringen. Dann ist es soweit, die Tür wird geöffnet und die Besucher erklären ihr Anliegen. Erklären heißt hier allerdings meist, mit Händen und Füßen anzudeuten, was gebraucht wird. Zettel liegen bereit, auf denen Mann und Frau sowie eine Reihe von Kleidungsstücken abgebildet sind. „So fällt es leichter, das Richtige zu finden“, sagt Wilms. Hilfe geben auch Bezeichnungen auf Arabisch und Türkisch.

Mehrbelastung der Ehrenamtler

„Die Ausgabezeiten sind deutlich länger geworden“, sagt Bachor. Und das bedeute auch eine Mehrbelastung der Ehrenamtler. „Wir brauchen deshalb dringend mehr Helfer“, appelliert der Vorsitzende an Mithelfer, die mindestens vier Stunden in der Woche an Zeit aufbringen müssten. Darunter lohne es nicht, dann sei der Einarbeitungsaufwand zu hoch.

Wenn dies ein guter Tag sei, wie definiert Bachor dann einen schlechten? „Nicht immer können sich unsere neuen Gäste benehmen“, erklärt er. Manchmal würden sie sehr fordernd auftreten wie neulich, als einer auf seinem Handy ein Bild von Bundeskanzlerin Merkel zeigte und sagte, ihm stünden ja Kleiderspenden zu. Und Bachor gibt zu bedenken, dass in der Kleiderkammer vor allem ältere Frauen arbeiten, die sich manchmal schutzlos fühlten angesichts des Ansturms junger männlicher Flüchtlinge. „Deshalb sehen wir zu, dass bei jedem Ausgabetermin auch ein Mann auf unserer Seite des Tresens dabei ist“, so Bachor, der jedoch schon selbst Mitte 70 ist.

Akut Mitarbeiter benötigt

„Wir brauchen akut mehr Mitarbeiter“, sagt er, sonst könne er die beiden wöchentlichen Ausgabetermine, dienstags von 16.30 bis 18.30 und freitags von 8 bis 12 Uhr, nicht halten. Gebraucht werde auch mehr Lagerraum, und deshalb habe sich der DRK-Vorstand gerade entschieden, in die Finanzierung einer Halle für die Fahrzeuge und Unterbringungsmöglichkeiten für die Altkleider einzusteigen. Eine Lösung wurde auf dem Gelände der ehemaligen Metallwerkstatt im Rosseer Weg gefunden. Dort soll nun eine Halle für die vier Fahrzeuge gebaut und Platz für Container für die Altkleiderlagerung geschaffen werden.

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