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Mit Dannebrog und Platzkonzert

Eckernförde Mit Dannebrog und Platzkonzert

Sie verstehen zu feiern, die Vertreter der dänischen Minderheit. Das tun sie am liebsten in großer familiärer Runde. So wie am Wochenende, als der Südschleswigsche Verein, die kulturelle Hauptorganisation der Volksgruppe, vielerorts zur Årsmøde einlud. Auch in Eckernförde ging es farbenfroh und fröhlich zu.

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Schon am Vormittag wurden die Eckernförder mit einem Platzkonzert des Pfadfinderorchesters FDF Vejle auf dem Gänsemarkt erfreut.

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Der Dannebrog ist an diesem Tag überall präsent. Auf T-Shirts und Hemden, in den Händen von Kindern und Erwachsenen, und natürlich weht die offizielle dänische Nationalflagge auch von zahlreichen Masten entlang der Sportanlagen am Hans-Christian-Andersen-Weg. Rot-Weiß unter einem strahlend blauen Himmel. Das passt. Am Tag vor dem kalendarischen Sommeranfang haben sich alle auf schönes Wetter eingestellt: die Jungen und Mädchen, die große Seifenblasen zaubern, aber auch die Lütten aus den Kindergärten, die – ebenfalls in den Nationalfarben gekleidet – voller Hingabe singen.

 Die Erwachsenen singen auch. Zwischendurch trinken sie Kaffee. Es gibt Kuchen, Crêpes und Softeis. Nur den Hot-Dog-Stand sucht man an diesem Nachmittag vergeblich. Dafür gibt es Bratwurst im Brötchen. Es wird geturnt, geklettert, gehüpft und Fußball gespielt. Es gibt Musik, eine Tombola und selbstverständlich auch Ansprachen. Jørgen Møllekær, Chefredakteur von Flensborg Avis, ist der Hauptredner. Nicht nur in seiner Ansprache geht es um Integration. Die Frage, wie deutsch man in der Volksgruppe sein darf, ohne die dänischen Wurzeln zu verleugnen, beschäftigt nicht nur ihn. Auch Jette Waldinger-Thiering, die SSW-Landtagsabgeordnete aus Eckernförde, stellt das Zusammenleben in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Die Wahlen in Dänemark, bei denen die Rechtspopulisten kräftige Zugewinne verzeichnen konnten, ist an diesem Tag natürlich Thema. Jette Waldinger-Thiering spricht aus, was alle denken: „Wir wollen offene Landesgrenzen. Wir wollen uns auch weiterhin frei bewegen können, um zur Arbeit zu kommen, um Freunde und Familien besuchen und um am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Wir wollen weiterhin tolerant und offen sein.“

 Serpil Midyatli, Landtagsabgeordnete der SPD, steht der Koalitionspartnerin zur Seite. Es sei wichtig zu wissen, wo man herkommt, betont sie und fügt an: „Die Vielfalt im Land macht uns nur stärker. Sie ist ein Zeichen für gelebte Toleranz.“

 Dass sich die dänische Volksgruppe in Eckernförde gut aufgehoben fühlt, bestätigt Sylvia Grabowski-Fillmer. Die Schule und die beiden Kindergärten würden sich großer Beliebtheit erfreuen, erzählt die SSW-Ratsfrau. Gibt es einen besonderen Wunsch? Die beiden SSW-Politikerinnen sind sich einig: eine „Halle für alle“. Um die bauen zu können, bedarf es allerdings eines langen Atems. Der unlängst gegründete Förderverein ist ein erster Schritt. An Unterstützung mangelt es nicht. Was noch fehlt, ist das Geld.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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