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Todesurteil für 250-jährige Eiche?

Dänischenhagen Todesurteil für 250-jährige Eiche?

Schock für Dänischenhagen: Die 250 Jahre alte Eiche im Dorfkern, das Wahrzeichen, ist unheilbar krank. Geht es nach dem Gutachter, der den gerade so frisch aussehenden Riesen mit der 26 Meter breiten Krone untersucht hat, muss sie schnellstens gefällt werden.

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Die 250-jährige Eiche prägt den Dorfkern, zu dem auch das Kulturdenkmal Gasthof Zur Eiche gehört (hinten). Ein so alter Baumbestand, der auch riesige Linden und Blutbuchen einschließt, ist heute rar in einer historischen Ortsmitte.

Quelle: Cornelia Müller

Dänischenhagen. „Ich hatte Tränen in den Augen, als ich das Schreiben las“, sagt Bürgermeister Wolfgang Steffen (CDU). „Der Gutachter sagt, dass die Eiche jederzeit umkippen kann. Vermutlich ist das Stamminnere völlig rott.“ Das Papier liegt der Redaktion vor. 40 Zentimeter breite, abgestorbene Pilzfruchtkörper des Schwefelporlings seien Zeichen, dass die Braunfäule sehr viel Kernholz zersetzt hat, heißt es darin. Das Splintholz werde erst im weit fortgeschrittenen Stadium angegriffen. „Dadurch wird die Baumkrone noch lange mit Nährstoffen versorgt und erscheint ausreichend vital.“ Dass die Baumpilze eingefallen sind, ist offenbar erhöhtes Alarmsignal. „Das deutet auf eine weitreichende Tragholzzersetzung des Baumstammes im jetzigen Zustand hin. Die Bruchsicherheit im voll bekronten Zustand ist nicht ausreichend gegeben. Der Windbruch ist vorhersehbar.“ Der Gutachter betont, dass die Eiche maximal zurückgeschnitten ist. Ein weiterer Schnitt werde sie sterben lassen. Zugesetzt habe ihr auch der Standort. Seit Jahrzehnten ist der Boden unter der Krone zu stark versiegelt. Der Rat: „Aufgrund vorhersehbarer Versagensgefahr schnellstmögliche Fällung.“

Damit gibt sich Steffen nicht zufrieden. Zusätzlich zu dem Gutachten soll ein zweiter Fachmann die Eiche untersuchen. „Nicht auszudenken, sie liegt am Boden und der Stamm sieht besser aus als vorhergesagt“, ist seine Sorge. 2012 war der Baum schon als krank eingestuft worden. Für 2015 war die Nachuntersuchung geplant.

Steffen verkündete die traurige Nachricht Donnerstagabend nach der Bauausschuss- und der Gemeindevertretersitzung. Dabei waren die Sitzungen ein Grund zur Freude: Alle Fraktionen sind sich nach Prüfung des Bebauungsplan-Entwurfs 23 für den Ortskern über alle Eckdaten der Weichenstellung einig. Ihr einstimmiges Votum legt fest, dass die Halle neben dem denkmalgeschützten Gasthof, dem die Eiche den Namen gab, abgerissen werden darf. Im nördlichen rückwärtigen Bereich können Parkplätze und eine Zufahrt entstehen, unter anderem für Besucher des leerstehenden Gasthofs, der anders genutzt werden könnte. Der Saal ist kein Kulturdenkmal, wohl aber die Gebäudehülle der Gaststätte. Dahinter sind Einfamilienhausgrundstücke geplant. Südlich davon stehen zwei Grundstücke für zweigeschossige Mehrfamilienhäuser zur Verfügung. Diese Zufahrt wird zwischen den Blutbuchen festgelegt. Das Planverfahren kann nun eingeleitet werden. Die öffentliche Beteiligung folgt, bevor B-Plan 23 mit möglichen Änderungen endgültig auf den Weg gebracht wird.

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