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Hospiz zwischen Kiel und Eckernförde?

Dänischer Wohld Hospiz zwischen Kiel und Eckernförde?

Der vor zweieinhalb Jahren gegründete Hospizverein Dänischer Wohld möchte in der Region zwischen Kiel und Eckernförde ein stationäres Hospiz einrichten. In den Kommunen stößt diese Idee auf offene Ohren.

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Wirbt für stationäres Hospiz: Dr. Friederike Boissevain.

Quelle: Kitzelmann

Gettorf. Allerdings ist noch völlig offen, in welcher Form sich die Gemeinden einbringen müssten. Denkbar ist zum Beispiel, dass sich Orte an einer Anschubfinanzierung beteiligen. Darüber hinaus will der Hospizverein versuchen, überörtliche Fördermittel sowie Sponsoren- und Spendengelder zu generieren.

 Der ambulante Hospizdienst leistet eine in der Region anerkannt gute Arbeit. Der Schwerpunkt liegt auf der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen, wobei deren Angehörige mit eingeschlossen werden, sowie auf einer umfassenden Palliativberatung. Außerdem unterhält der Hospizverein in Gettorf ein Trauercafé.

 Sterbende in ihrem eigenen privaten Umfeld zu betreuen, stößt zuweilen an Grenzen. „Manchmal reicht die ambulante Versorgung in der Familie nicht mehr aus, weil der palliativ-medizinische und palliativ-pflegerische beziehungsweise psychosoziale Versorgungsbedarf die Möglichkeiten der Betreuenden regelmäßig übersteigt“, so die Vorsitzende des Hospizvereins, Dr. Friederike Boissevain. Nach Aussage der in Kiel tätigen Krankenhausärztin wird der Bedarf an hospizlicher Versorgung in den nächsten Jahren weiter steigen.

 Die beiden vorhandenen Hospize „Haus Porsefeld“ in Rendsburg sowie „Kieler Förde“ in Kiel-Neumeimersdorf sind laut Friederike Boissevain´so stark ausgelastet, dass die Einrichtungen ein weiteres stationäres Hospiz zwischen Kiel und Eckernförde begrüßen und keinesfalls als Konkurrenz empfinden würden.

 Hospize sind kleine Einrichtungen mit in der Regel mindestens acht und höchstens 16 Plätzen. „Unheilbar Kranke bekommen dort in ihrer letzten Lebensphase eine respektvolle, umfassende und kompetente Betreuung“, so die Hospizvereins-Vorsitzende. Zeit fließe in solchen Einrichtungen deutlich langsamer. Der Kranke habe nicht mehr eine Vielzahl von Terminen wahrzunehmen, es gebe kein abruptes Wecken, keine strikten Besuchszeiten und keine Blutentnahmen bis zum letzten Lebenstag. Boissevain: „Der gesamte Ablauf eines stationären Hospizes steht im Dienste der Wünsche und Bedürfnisse des Schwerkranken und seiner Angehörigen.“ Nach Meinung der Vereinsvorsitzenden wäre eine finanzielle Unterstützung bei der Errichtung des Hospizes durch die Gemeinden nicht nur ein wichtiger Beitrag von politischer Seite, sondern auch eine konsequente Umsetzung einer der Grundideen der Hospizarbeit, die auf Nächstenliebe und bürgeschaftlicher Solidarität beruht. bki

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