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„Glückslos“ für Nierenpatienten

Damp „Glückslos“ für Nierenpatienten

Dickes Patientenlob spricht Johannes Schmid vor den Ärzten Professor Matthias Köhler und Professor Harald Schöcklmann aus. Mit seinem Aufenthalt in der neuen nephrologischen Abteilung der Helios-Rehaklinik Damp habe er „ein Glückslos“ gezogen. Die Mediziner freut das Urteil des Stuttgarters nach gut vier Wochen.

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Das von den Ärzten Harald Schöcklmann (Zweiter von links) und Matthias Köhler (rechts) empfohlene Training zeigt Wirkung. In der neuen nephrologischen Abteilung der Helios-Rehaklinik hat sich der Zustand der Patienten Jan Prodöhl (links) und Johannes Schmid verbessert.

Quelle: Rainer Krüger

Damp. Schmid (35) gehört zu den ersten Patienten, die ihren Aufenthalt in der zum 1. Februar gegründeten Abteilung bilanzieren. „Auf die Zulassung durch die gesetzlichen Krankenkassen im Januar folgte jetzt die durch die Deutsche Rentenversicherung Bund“, erläutert Köhler. Damit gehört Damp nun zu den wenigen Häusern in Deutschland mit einem speziell auf Nierenkranke abgestimmten Rehabilitationsprogramm. Besonders dabei ist die angegliederte Dialyseabteilung.

Die Dialyse vor Ort weiß Jan Prodöhl (35) aus Löhne in Nordrhein-Westfalen zu schätzen. Wegen einer Erkrankung der Blutgefäße sank die Leistung seiner Nieren auf 50 Prozent. 18 Stunden in der Woche muss der Postbeschäftigte zur Dialyse. Für ihn ist es wichtig, auch mit Blick auf eine zukünftige Transplantation, möglichst fit zu sein. „Für mich war eine Frage, welchen Sport ich noch machen kann. Hier habe ich Badminton und Tennis für mich entdeckt“, berichtet Prodöhl. Auch Krafttraining gehört zu seiner Reha. Mit dem Ergebnis der vergangenen vier Wochen ist er zufrieden. „Mein Blutdruck ist gesunken. Statt Werte um 150 habe ich abends nur noch 100.“ Während der Zeit in Damp ist in ihm der Entschluss gereift, seine Dialysezeit auf den Vormittag zu legen. „Mit meinem Arbeitgeber dürfte ich keine Probleme haben“, sagt Prodöhl. Wenn es anders wäre, könnte er sich von Mitarbeitern des Sozialdiensts beraten lassen.

Ein Problem sind laut Köhler die Medikamente. „Ein häufiger Grund für Abstoßungen nach Transplantationen ist, dass sie Patienten wegen der Nebenwirkungen absetzen“, weiß Köhler. Da an der Damper Rehaklinik auch Fachärzte für Neurologie, Kardiologie, Orthopädie und Psychosomatik arbeiten, können Begleiterkrankungen mitbehandelt werden.

Schmid lebt seit 21 Jahren mit einer transplantierten Niere. Obwohl er so schon zum Experten rund um die Niere geworden ist, konnte er in Damp noch etwas dazulernen. „Bei der Ernährung ist es wichtig, zu wissen, wo die Grenzen sind.“ Er will seine guten Erfahrungen in Damp in seinem Netzwerk, dem Verein Junge Nierenkranke Deutschland, weitergeben.

Zwei Millionen Deutsche sind laut Köhler von chronischer Niereninsuffizienz der Stufe drei und höher betroffen. Es gibt etwa 80000 Dialysepatienten und 23000 Nierentransplantierte.

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