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Dank für eine „gute Ernte“

Straßenumzug Dank für eine „gute Ernte“

Das 40. pommersche/schleswig-holsteinische Erntefest in Eckernförde war ein besonderes. Es fehlte die Pommersche Landsmannschaft im Veranstalterkreis, die sich im vergangenen Jahr aufgelöst hatte. Dennoch kamen am Sonnabend 21 geschmückte Umzugswagen zusammen, die durch die Stadt zogen.

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Der Kreisbauernvorsitzende Klaus-Peter Lucht überreicht die Erntekrone an Eckernfördes 1. Stadträtin Katharina Heldt. Die aus Ähren gebundene Krone wird im Rathaus hängen.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Klaus-Peter Lucht, sprach für 2015 von einer „guten Ernte“.

Zwar habe es für die Bauern oft nur kurze „Zeitfenster“ gegeben. Dennoch sei man froh über die Ernteergebnisse, sagte Lucht beim Treffen auf dem Stadthallen-Vorplatz. Der Kreisbauernvorsitzende trat Vorwürfen entgegen, die Landwirte wirtschafteten zu intensiv. „Würden wir die Ernte zurückfahren, schafften wir es nicht, die Welt zu ernähren“, spielte er auf Exporte in Armutsländer an. Gleichzeitig fügte er hinzu: Es gelte, die Landwirtschaft in anderen Regionen der Erde zu stärken.

Gastredner und CDU-Landesvorsitzender Ingbert Liebing konstatierte, dass die Landwirtschaft unter „gesellschaftlicher Beobachtung“ stehe, etwa was das Tierwohl angehe oder die Nutzung per Fläche. Er sprach auch die Probleme der Bauern an, nannte den Preisdruck und die zunehmende Flächenkonkurrenz. „Die Landwirte haben unsere Solidarität und Anerkennung verdient“, so Liebing. Derzeit gibt es noch 1650 Haupterwerbs-Bauern im Kreis. Ihre Herausforderung ist der Strukturwandel: Pro Jahr geben laut Lucht zwei bis zweieinhalb Prozent ihren Betrieb auf. An die Kommunen appellierte er, sorgsam mit der endlichen Ressource Boden umzugehen. Sie sollten den Schwerpunkt auf eine innerörtliche Entwicklung legen.

Trotz des Trends zu immer größeren Einheiten gibt es sie noch, die bäuerlichen Familienbetriebe. Der neue Kronenbauer Dirk Tams-Detlefsen und seine Frau Uta beispielsweise bewirtschaften zusammen mit zwei Auszubildenden in Owschlag einen Hof mit 85 Milchkühen und 110 Hektar Land. Das Jungvieh bleibt drei Monate bei den Mutterkühen und kommt im Sommer auf die Weide. Daneben werden Weizen, Roggen und Mais angebaut. Aber auch hier hat die Technik Einzug gehalten: „Das Melken übernimmt ein Melkroboter“, erläuterte Tams-Detlefsen. „Allerdings muss auch der kontrolliert und gewartet werden.“

Trachten der Pommern, Jagdhorn-Klänge von Bläsern aus dem Dänischen Wohld und traditionelle norddeutsche Tänze der Kindertanzgruppe der Siedlergemeinschaft Owschlag verliehen dem Erntedankfest ein farbenfrohes Bild. Die Erntekrone nahm Eckernfördes 1. Stadträtin Katharina Heldt (CDU) entgegen. Das Gebinde soll einen würdigen Platz im Rathaus erhalten. Heldt rief dazu auf, öfters einmal darüber nachzudenken, woher Brot, Milch und Fleisch kämen. Lebensmittel seien keine Luxusgüter, aber auch Landwirte müssten überleben, warb sie für eine angemessene Entlohnung.

Kommendes Jahr soll das Erntefest am Eckernförder Hafen seinen Platz haben und mit einem Bauernmarkt verbunden werden. „Wir wollen das Land in die Stadt bringen“, sagte Lucht. Die Umzugswagen sollen zudem aktuelle Themen aus der Landwirtschaft aufgreifen.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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