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Ozeanliner ankert vor Eckernförde

Albatros Ozeanliner ankert vor Eckernförde

Das Ostseebad als Ziel für Kreuzfahrtschiffe? Das ist keine Utopie mehr. Am Montag wird die „Albatros“ vor dem Eckernförder Hafen vor Anker gehen.

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Das Kreuzfahrtschiff „Albatros“ (hier im Kanal) soll am Montag gegen 12.30 Uhr vor dem Eckernförder Hafen auf Reede gehen. Die Passagiere werden für einen mehrstündigen Landausflug im Ostseebad ausgebootet.

Quelle: Frank Behling

Eckernförde. Der 200 Meter lange weiße Riese hat 800 Passagiere an Bord, die auf einem Landausflug die Ostseestadt erkunden können. Für Touristikchef Stefan Borgmann ist der Kreuzfahrer die Chance, einen Fuß in die Tür als Anlaufhafen für weitere Schiffe zu bekommen.

Der Zufall spielte der örtlichen Touristik dabei in die Hände. Ursprünglich sollte die „Albatros“ auf ihrer Reise von Bremerhaven durch den Nord-Ostsee-Kanal Heiligenhafen anlaufen. Da die Reederei Phoenix jedoch kurzfristig ihre Pläne für die Ostsee-Kreuzfahrt ändern musste, fiel die Wahl auf Eckernförde als Alternative. Borgmann kam das gerade recht: 500 bis 800 Leute in der Stadt – „das bringt zusätzliche Umsätze“. Nach seinen Angaben geben Kreuzfahrtpassagiere auf Landausflügen durchschnittlich 40 Euro pro Person aus. Hochgerechnet also 20000 bis 30000 Euro.

 Dazu kommt der maritime Blickfang, wenn ein Kreuzfahrtschiff in der Bucht liegt. Gegen 12.30 Uhr wird es hier erwartet, 20.30 Uhr soll es wieder auslaufen. Den Eckernförder Hafen kann die „Albatros“ nicht anlaufen. Mit 7,5 Metern Tiefgang ist sie dafür nicht geeignet. Stattdessen werden die Landausflügler in vier Tender des Schiffes ausgebootet und so ins Ostseebad geschippert. Die Beiboote werden durch die Holzbrücke in den Innenhafen fahren und dort auf der Vogelsang-Seite an dem Museumssteg festmachen. Hier übernehmen die Stadtwerke als Hafenbetreiber.

 „Wir sind für den Sicherheitsteil verantwortlich“, sagt Stadtwerkeleiter Dietmar Steffens. Steg und Parkplatz werden vorher geräumt, die Anlegestelle wird mit Gittern abgeschirmt. Da nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York erhöhte Sicherheitsanforderungen für die Schifffahrt gelten, ist der Steg nach ISPS-Standard (International Ship Port Security) zertifiziert. Alle Passagiere, die an Land gehen und wieder an Bord zurückkehren, werden kontrolliert – bis hin zu den Einkaufstaschen. Sechs Stadtwerke-Mitarbeiter sind dafür abgestellt.

 An Land werden die Schiffsgäste von einem Shantychor und einem Stand der Touristik empfangen. Zehn Stadtführer stehen bereit, um die Besucher auf verschiedene Themen-Rundgänge durch Eckernförde mitzunehmen. Dabei kann das Ostseebad mit seinen kurzen Wegen punkten: Hafen, Strand, Altstadt – alles ist schnell erreichbar. Aber auch Taxiunternehmen sind informiert, und die Stadt-Bimmelbahn ist eingebunden. „Für uns ist das die Chance zu zeigen, was Eckernförde zu bieten hat“, sagt Borgmann. „Wenn alles gut läuft, könnte die Stadt vielleicht ein- bis zweimal im Jahr in eine Kreuzfahrt-Tour mit aufgenommen werden.“

 Schon seit 2012 bemüht sich Borgmann, Kreuzfahrer ins Ostseebad zu holen. Die Touristik entwarf damals ein Konzept für einen Kreuzfahrthafen Eckernförde. „Wir wollen vom boomenden Sektor der Kreuzfahrten profitieren“, sagt Borgmann. Allein Kiel zählte 2011 über 130 Schiffsanläufe. Eckernförde sieht der Touristikmanager eher als Ausweichhafen für kleinere Kreuzfahrtschiffe, die die Exklusivität als Einzellieger zu schätzen wissen und als sogenanntes Stop over Landausflüge anbieten wollen. Eine Vision ist eine Seebrücke vor der Stadthalle als Schiffsanleger.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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