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Mehr Bewusstsein für saubere Meere

Projekt „Strandmüllbox“ Mehr Bewusstsein für saubere Meere

Angeschwemmter Müll, insbesondere Plastik, entwickelt sich als gravierendes Umweltproblem. Das Umweltministerium und die Abfallwirtschaft wollen dafür das Bewusstsein schärfen. In Kooperation mit Eckernförde, Schwedeneck und Waabs startet jetzt das Pilotprojekt „Strandmüllbox“.

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Plastik wird im Meer kaum abgebaut und reichert sich daher bereits seit Jahrzehnten in den Ozeanen an.

Quelle: Mark Lenz

Eckernförder Bucht. Eckernförder Bucht. Angeschwemmter Müll, insbesondere Plastik, entwickelt sich als gravierendes Umweltproblem. Das Umweltministerium und die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) wollen dafür das Bewusstsein schärfen. In Kooperation mit den Kommunen Eckernförde, Schwedeneck und Waabs startet jetzt das Pilotprojekt „Strandmüllbox“.

 Die Meere missbraucht der Mensch zunehmend als Müllkippe. Plastiktüten, Flaschen, Verpackungen, Kanister und alte Netze dümpeln in ihnen herum. Vor allem Plastik verbleibt über 100 Jahre im Wasser, verrottet extrem langsam. Fische, Seevögel und Robben leiden darunter. Kleinste Partikel, die Fische verschlucken, landen letztendlich auch beim Menschen wieder auf dem Teller. Allein in der Ostsee treiben nach Angaben von AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt jedes Jahr 10000 Tonnen an herrenlosen „Geisternetzen“ aus Kunststoff. „Ein Umdenken ist erforderlich“, sagt er.

 Die Strandmüllboxen können das Aufkommen an angeschwemmtem Plastik-Unrat zwar nur unwesentlich verringern. Allerdings geht es bei der Aktion weniger um Quantität. „Wir wollen das Thema in den Köpfen der Bevölkerung verankern“, erläutert Hohenschurz-Schmidt. Auch Sportbootfahrer, Angler und Fischer sollten sich der Problematik bewusster werden. Ab Mitte September sollen 240-Liter-Müllbehälter sowie 1,1 Kubikmeter-Container an den Stränden von Eckernförde, Schwedeneck und Waabs aufgestellt werden.

 Diese Strandmüllboxen erhalten einen speziellen Überzug, so dass sie mit Logo und Infos zum Projekt deutlich erkennbar sind. Fünf von ihnen werden an den Eckernförder Stränden (Haupt- und Südstrand), sechs an den Schwedenecker Stränden (Surendorf, Dänisch Nienhof, Eckernholm und Jellenbek) und vier an den Waabser Stränden aufgestellt. Für Eckernförde plant Touristikmanager Stefan Borgmann zusätzlich Holzhäuschen, die die Boxen aufnehmen. Strandspaziergänger können in diese Behälter gefundenen Plastikmüll werfen. Nicht gedacht sind sie, darin mitgebrachten Hausabfall zu entsorgen.

 Das Pilotprojekt ist auf ein Jahr angelegt. Sollte das System funktionieren, könnte es zur Daueraktion werden und auch auf andere Strände im Land übertragen werden. Sonnabend, 19. September, wird das Strandmüllboxen-Konzept im Rahmen des „Coastal Cleanup Day“ vorgestellt. In Eckernförde beginnt er um 10 Uhr am Ostsee-Info-Center im Beisein von Umweltminister Robert Habeck. Die Aktion endet gegen 13 Uhr. Dann soll der im Spülsaum gefundene Müll zusammengetragen und auf großen Folien ausgelegt werden.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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