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Thesen annageln und Apfelbäume pflanzen

Reformationsjubiläum Thesen annageln und Apfelbäume pflanzen

„Die Kirche ist so voll, wie zu Weihnachten.“ Pastor Jan Teichmann strahlt. Dienstag strömen die Menschen in das Borbyer Gotteshaus. Überall im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde feiern die Gemeinden den 500. Jahrestag der Reformation. Eine zentrale Frage: Was hat uns Luther heute noch zu sagen?

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Als "Zeichen der Hoffnung" und als Erinnerung an das Reformationsjubiläum wird vor der Eckernförder St.-Nicolai-Kirche ein Apfelbaum gepflanzt.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Mit drei Hammerschlägen nagelt Günther Ferch seine These an die Holzwand. Mitten in der Kirche steht eine symbolische Tür, an die die Gottesdienstbesucher ihre Wünsche heften können – so wie Luther es vor 500 Jahren an der Kirche zu Wittenberg getan haben soll. „Eine Welt miteinander in Liebe und Frieden“, hat Ferch geschrieben. „Denn wir haben nur diese eine Welt“, fügt er an. Pastor Teichmann hat zuvor in seiner Predigt betont, dass die Reformation die Gesellschaft verändert habe. Sie habe die Idee von Freiheit immer weiter hinausgetragen. Glück im Diesseits oder Jenseits könne man sich nicht erkaufen. „Es wird geschenkt.“

Begleitet von Musikern der Kieler Symphoniker, erklingt kurz darauf stimmungsvoll das „Te Deum“ von John Rutter, das die Borbyer Kantorei unter Leitung von Kirchenmusiker Heiko Henrich einstudiert hat. Wenig später ist die Gemeinde aufgerufen, sich an verschiedenen Aktionen zu beteiligen. Unterdessen endet in der Innenstadt in der Eckernförder St.-Nicolai-Kirche ebenfalls ein Reformationsgottesdienst. Auf dem Kirchplatz pflanzt die Gemeinde einen Apfelbaum als "Zeichen der Hoffnung".

Das Reformationsjubiläum hat nach Einschätzung von Propst Funck „erhebliche Ausstrahlung“ auf die Kirchengemeinden. Es habe viel Engagement und Kreativität vor Ort hervorgerufen. Für Funck hat das Jubiläum die Frage noch einmal neu und breit eröffnet: „Was heißt Christsein heute – und morgen“. Dazu gehöre Freiheit, Individualität und Verantwortung, sagt er. „Ich wünsche mir das Selbstbewusstsein für Offenheit und Nächstenliebe in unserer Gesellschaft.“

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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