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Gelungene Premiere der Speeldeel Dänischenhagen

De 75. Geburtsdag Gelungene Premiere der Speeldeel Dänischenhagen

Sprachwitz, Turbulenz und Timing - Die Speeldeel Dänischenhagen erntete bei der sehr gelungenen Premiere in ihrer amüsanten Version des Lustspiels von Walter G. Pfaus "De 75. Geburtsdag" Lachsalven und skandierenden Applaus. Bis zum 29. April gibt es weitere Aufführungen in Mißfeldt's Gasthof.

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Krusendorf. Familienidyll sieht anders aus: Alle Versuche von Schwiegertochter Luise Breemeier, das Fest für die Schwiegermama im Stück "De 75. Geburtsdag" in den Griff zu bekommen, enden im Zwist. Luise Breemeier (großartig als Bestimmerin ohne Erfolg: Silke Sommer) hat beim minutiös durchgeplantem  Festtag jedem eine Rolle zugedacht: „Oma, du freust Dich, du hast Geburtstag!“ Aber keiner fügt sich ins rigide Korsett des Feier-Masterplans.

Statt Festfreude kocht im Dreiakter, den Heide Tietjen ins Niederdeutsche übertrug, nur die Familienfehde: Drahtzieher im Widerstand gegen Luises Pläne sind die Jubilarin Oma (Lydia Türke) und Opa (Jochen Besler). Mit Streitlust im Blick starren sich die Eheleute feurig in Grund und Boden und zelebrieren eine sich stufenweise steigernde Auseinandersetzung, bei der Opa mit lautem Umta-Umta-Marschmusik-Gesang Gespräche im Keim erstickt und Oma mit einem beherzten Griff in die Sahnetorte dem Festgeschehen eine überraschende Wendung gibt. Opa setzt noch einen drauf: Er kippt an der edel gedeckten Tafel mit dem Pfarrer Köm statt Kaffee und blockiert mit schön ausgespielten, ekzessiven Nachfragen „Was hat er gesagt?“ die Gratulationsrede des Bürgermeisters so lange, bis der wutentbrannt das Fest verlässt.

Für seine mit großer Geste angelegten und in zunehmender Rage gespielten Redeversuche bekam Thorsten Mißfeldt als Bürgermeister spontanen Szenen-Applaus. Der Kröger aus Krusendorf war 14 Tage vor der Premiere kurzfristig für den ausgeschiedenen Darsteller Peter Wiese eingesprungen. Auch Wilke Vissers Torkeldefilee mit zwei Weinflaschen erntete spontanen Applaus: Als Ehemann Jochen, der bei Luises Anweisungen nicht spurt und sich lieber im Keller am Weinregal duhn supt, überzeugte der Darsteller das das amüsiert lachende Publikum.

Die beste Freundin Luises, Rosa Häßlich (Silke Thomsen), punktete mit einer natürlich wirkenden Charmeoffensive: Sie flirtete kulleräugig-lustig mit Luises Mann. Tochter Birgit (Sabrina Marwedel) legte ihren Part als flexibel-verständnisvolle Vermittlerin zwischen den Generationen an. Welterfahren wirkte Jürgen Baasch als Pastor.
Das Ensemble bezog in der Kulisse der guten Stube im eleganten Landhaus-Stil, mit proffesioneller Leichtigkeit Requisiten ins Spiel ein: Silke Sommer setzte die Tischdecke mit ´Turbo-Schwung im Tiefflug als Angriffswerkzeug gegen ihren allzu entspannt sitzenden Ehemann ein, Stühle kippten. Silke Thomsen faltete als unbeteiligte Zuschauerin im Familienzwist mit Hingabe Servietten, pustete Staniolballons auf und polierte im Wechsel mit Sabrina Marwedel jede Gabel auf Hochglanz.

Weitere Aufführungen

Mißfeldt’s Gasthof, Kirchstraße 20, Schwedeneck/Krusendorf: Sonntag, 9. und 23. um 16 Uhr (Einlass 15.30 Uhr). Jeweils um 19.30 Uhr (Einlass: 19 Uhr) Sonnabend 8., Mittwoch, 12., Donnerstag, 13., Mittwoch 19., Freitag 21., Sonnabend 22., Dienstag, 25., Freitag, 28. und Sonnabend, 29. April. Restkarten in Mißfeldt’s Gasthof unter Tel. 04308/254.  

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