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Deich von den Wellen unterspült

Lindhöft Deich von den Wellen unterspült

Die Winterstürme haben dem Deich am Strand von Lindhöft zugesetzt. Wegen der Schäden hat die Gemeinde jetzt einen Experten für Küstengeographie und Klimafolgeforschung ins Boot geholt: Der Kieler Professor Horst Sterr nahm die Deiche in den Ortsteilen Lindhöft und Noer am Dienstagabend unter die Lupe.

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Im Gespräch mit Bürgermeisterin Sabine Mues (Zweite von rechts) erörterte Professor Horst Sterr (Dritter von links) mögliche Schritte.

Quelle: Jan Torben Budde

Noer. „Sie sind von Wellen unterspült und angefressen“, erklärte Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU) beim Ortstermin. Zwar stünden für Flickarbeiten 5000 Euro im Haushalt bereit. Doch Ausbesserungsarbeiten fielen in immer kürzeren Abständen – zuletzt jährlich – an. Es bestehe Handlungsbedarf, gerade weil die Deiche zum Schutz der Campingplätze in Lindhöft (gemeindlich) und Noer (privat) dienten.

 „Das sieht nicht gut“, warnte Professor Sterr an der Schutzanlage in Lindhöft. Stellenweise hat das Meer so stark am Strand genagt, dass dort kaum noch Sand liegt.

 Was tun? Zunächst war die Rede von Steinbuhnen. „Davon wären aber eine ganze Reihe notwendig“, erklärte der Experte mit Blick auf die Küstenlinie. Als bessere Variante bezeichnete der Wissenschaftler Unterwasserriffe. „Sie dämpfen die Wellen und verhindern den Abtrag am Strand“, erklärte Sterr. Er leitet das Projekt Klimabündnis Kieler Bucht, woran sich etwa 20 Ostseegemeinden beteiligen. Es wird vom Bundesumweltministerium gefördert. Das Ziel: Klimaanpassungsmaßnahmen vermitteln und initiieren. Um die Deiche langfristig zu sichern, spekuliert die Bürgermeisterin auf finanzielle Unterstützung vom Land. „Vorher brauchen wir eine Genehmigung für die Maßnahmen“, so Sabine Mues. Sterr machte ihr Hoffnung: Wenn die Gemeinde ein schlüssiges Konzept erstelle, sei ein Zuschuss denkbar. Um den Ist-Zustand des Deichs zu erhalten, riet der Experte dazu, die Schutzanlage mit Steinen zu sichern. Schaudernd dachte Holger Schlichting vom Verein der Natur- und Campingfreunde Lindhöft an eine Überschwemmung auf dem Campingplatz vor etwa 20 Jahren zurück.bud

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