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Das Herz an ans Heimatdorf verloren

Tüttendorf Das Herz an ans Heimatdorf verloren

Im Vorgarten weht eine Tüttendorf-Fahne im Wind. Nur kurze Zeit verließ Heinrich Grotkopp sein Heimatdorf. „Selbst wenn mir jemand einen 1000 Hektar großen Hof in Amerika schenken wollte, würde ich nicht wegziehen“, betont der ehemalige Bürgermeister und Ehrenbürger schmunzelnd. Am Sonnabend, 27. Juni 2015, feiert Grotkopp seinen 80. Geburtstag.

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Jack-Russell-Terrier Jacky ist sein treuer Begleiter, selbst wenn Heinrich Grotkopp die Pfingstrosen im Garten gießt: Heute feiert Tüttendorfs ehemaliger Bürgermeister seinen 80. Geburtstag.

Quelle: Jan Torben Budde

Tüttendorf. Im Wintergarten schwärmt der Jubilar von Tüttendorf: „Mir gefällt das Miteinander.“ Seit rund 200 Jahren sei seine Familie in Tüttendorf ansässig. Seine Eltern Erna und Hermann bewirtschafteten an der Stelle, wo Grotkopp mit seiner Frau Gisela wohnt, einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Kühen, Schweinen und Ackerbau. Nach dem Abschluss der Schule, die wenige Gehminuten vom Elternhaus entfernt lag, begann seine dreijährige Ausbildung in der Landwirtschaft. Ein Jahr absolvierte er in Ostholstein. „Auf dem Hof war ein Onkel der Verwalter“, erzählt Grotkopp, der danach in Neudorf lernte, die Landwirtschaftsschule in Eckernförde besuchte und ein Jahr in Großkönigsförde arbeitete.

 1956 ging’s zurück auf den elterlichen Hof, den er 1963 vom Vater übernahm. Bereits im Vorjahr hatten die Hochzeitsglocken geläutet: 1962 heiratete der Landwirt seine Gisela. Aus der Ehe gingen die drei Söhne Hermann, Rolf und Thomas hervor. Gleich vier Enkel bereiten dem Paar große Freude. „Er ist ein toller Opa“, lobt seine Frau

 Warum es ihn in die Kommunalpolitik verschlug? „Ich wollte mich am Dorfleben beteiligen und mitentscheiden“, erinnert er sich. 1970 besuchte Grotkopp eine Versammlung der Wahlgemeinschaft der Gemeinde Tüttendorf (WdGT), wurde als Kandidat aufgestellt und gewählt. Fortan ließ ihn die Politik nicht mehr los. Er gehörte der Gemeindevertretung 33 Jahre an, 17 Jahre war er Bürgermeister. Ob Schule oder Schlaglöcher: „Die Themen damals unterschieden sich kaum von den heutigen“, sagt Grotkopp. In seiner Zeit entstanden Baugebiete, die Kita in Blickstedt, Feuerwehrhäuser und Kanalisation.

 Gab’s Aufregung, reagierte der leidenschaftliche Skatspieler mit einem hintergründigen „Meenst dat?“ Zum Abschied aus der Kommunalpolitik habe ihm die Amtsverwaltung eine Ballonfahrt geschenkt: „Ich sollte endlich mal in die Luft gehen.“ Noch immer besucht das Tüttendorfer Urgestein gern kommunalpolitische Sitzungen. Ansonsten genießt er mit Ehefrau Gisela und Hund Jacky den eigenen Garten. Seinen runden Geburtstag feiert Grotkopp mit Familie und Nachbarn.

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