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Die Kino-Suche geht weiter

Bauausschuss Die Kino-Suche geht weiter

Alles zurück auf Anfang: Die Suche nach einem Kinostandort für Eckernförde geht noch einmal ganz von vorn los. In der Bauausschusssitzung am Mittwochabend gab es keine mehrheitliche Zustimmung für ein Kino- und Einkaufscenter auf dem Gelände des Skaterparks am Schulweg.

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Der Standort Skaterpark ist vom Tisch. Der Eckernförder Bauausschuss sprach sich mit knapper Mehrheit gegen den Bau eines Kinos an dieser Stelle aus.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Für den von der Verwaltung beantragten Aufstellungsbeschluss eines B-Plans, der für das Bauvorhaben Voraussetzung ist, sprachen sich zwar die Vertreter von CDU, SSW sowie ein Vertreter des Bürger-Forums (Thorsten Peuster) aus, doch das reichte nicht.

Allerdings gab es auch keine Zustimmung für die von SPD, Grünen, Linken und Matthias Huber (Bürger-Forum) favorisierte Alternative. Die sah eine städtebauliche Überplanung des gesamten Bereichs zwischen Parkplatz Grüner Weg bis hin zum Schulweg vor, inklusive ZOB und dem sogenannten dritten Gleis – mit der Möglichkeit, dort einen Kinostandort zu schaffen. Nun muss sich die Politik nach einem Alternativstandort umsehen, was nicht leicht werden dürfte. Schließlich wurde von der Verwaltung in den zurückliegenden vier Jahren schon eine Reihe von möglichen Plätzen im Innenstadtbereich auf den Prüfstand gestellt. Ob es in der Ratssitzung am 14. März vielleicht doch noch zu einem Umdenken und einer Mehrheitsentscheidung kommt, muss abgewartet werden. Wahrscheinlich ist das nicht.

Kinoprojekt auf Skaterpark-Gelände

In der Sitzung des Bauausschusses nahm Bürgermeister Jörg Sibbel noch einmal die Gelegenheit wahr, die Suche nach einem Kinostandort ausführlich zu erläutern. Er erinnerte daran, dass zu Beginn unter anderem der Skaterpark, der Sky-Parkplatz und das Bahnhofsgelände zur Auswahl gestanden hätten. Für die Politik sei das Bahnhofsgelände lange Zeit erste Wahl gewesen. Eineinhalb Jahre lang habe man intensiv verhandelt, letztlich ohne Ergebnis, weil man sich mit der Bahn nicht auf einen Kaufpreis für das Areal verständigen konnte. Im September 2015 wurden die Verhandlungen deshalb nach einem einstimmigen Beschluss der Politik beendet. Zugleich erhielt der Verwaltungschef den Auftrag, das Kinoprojekt auf dem Skaterpark-Gelände voranzutreiben, mit den Nutzern über eine Verlagerung zu sprechen und mit Investoren zu verhandeln. Das ist erfolgt, sodass Jörg Sibbel nun den Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 73 „Skaterpark/Kino- und Einkaufscenter“ zur Entscheidung vorlegte. Außerdem schilderte er ausführlich die Probleme mit anderen denkbaren Standorten im innenstadtnahen Bereich. Seiner Ansicht nach kommt neben dem Skaterpark derzeit nur der Parkplatz Grüner Weg infrage. Für ein Kino würde dort aber ein Großteil der 500 kostenfreien Parkplätze entfallen. Diese müssten an anderer Stelle mit nicht unerheblichen Kosten neu geschaffen werden. Zeitnah könne das nicht geschehen. Sein Fazit: „Nur der Standort Skaterpark erfüllt die Anforderungen der Stadt sowie die Vorgaben der Betreiber und ist ohne Verlust von gebührenfreien sowie zentrumsnahen Parkplätzen zu realisieren.“

Fehler wurden eingeräumt

Teile der Politik bewerteten das anders. So machte Martin Klimach-Dreger (SPD) deutlich, dass der Skaterpark aufgrund sozialer, städtebaulicher und ökologischer Komponenten ungeeignet für ein Kino sei. Eine Verlegung der Skateranlage auf die andere Straßenseite berge möglicherweise Konfliktpotenzial, weil dort auch ein Wanderweg verlaufe. „Warum sollte es am Grünen Weg nicht auch schnell gehen?“, fragte Klimach-Dreger und nannte damit seinen Favoriten. Der Fraktionsvorsitzende seiner Partei räumte allerdings auch Fehler ein. Einer sei die Absage an den Standort Bahnhof gewesen, ein anderer, dass man die Gesamtüberplanung des Geländes versäumt habe.

Der Versuch von Katharina Heldt (CDU), die Gegner des Standorts Skaterparks zu einem Umdenken zu bewegen, scheiterte. Während Sören Vollert (Grüne) meinte, dass das ein „Autokino an der Bundesstraße“ sei und man die Innenstadt damit schwäche, holte sein Fraktionskollege Edgar Meyn so richtig aus: „In diese grüne Lunge der Stadt gehört kein Kasten hin. Da gehen Leute rein, die das Tageslicht scheuen.“ Der Einwurf von Helge Molt, bürgerliches Mitglied der FDP, dass vieles zerredet werde, man doch endlich mal Beschlüsse fassen und das Ganze durchziehen solle, anstatt Luftschlösser zu bauen, verhallte letztlich ungehört.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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Kommentar

Vier Jahre lang hat sich die Eckernförder Politik mit der Standortsuche für ein Kino herumgequält, um nun – nach unzähligen Beratungen und Verhandlungen – mit leeren Händen dazustehen. Was für eine Enttäuschung. Auch für die enthusiastischen Macher von Green Screen.

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