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Hier nähen auch Männer

Anfliegen beim Drachenverein Hier nähen auch Männer

Drachenfliegen ist nur etwas für den Herbst? Wer das denkt, kennt den Verein Stieg op nicht. Für die Drachenfreunde aus Eckernförde und Rendsburg ist immer Saison. Für Sonntag, 10. Januar, bereiten sich die Mitglieder auf das „Anfliegen“ ab 11 Uhr am Eckernförder Südstrand vor, um das neue Jahr zu begrüßen.

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Nähen, Entwerfen, Konstruieren: Michael Heyduck (v.l.), Ernst-Dieter Honermeier, Horst Bickel und Wulf Bladt legen selbst Hand an, um ihre Himmelsstürmer individuell zu gestalten.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. „Für jeden Wind gibt es den passenden Drachen“, sagt der Vorsitzende Michael Heyduck. Jetzt, im Winter, checken die Drachenfreunde ihre Flugobjekte. Risse in den Stoffen werden geflickt, Gebrochenes wird repariert. Im Fundus des Vereins, der dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, finden sich jede Menge Garne, Scheren sowie Spinnaker-Stoffe. Dieses aus dem Segeln bekannte Material ist leicht und reißfest zugleich. Geschnitten wird es mit einem Heißschneider, um ein Ausfransen zu verhindern. Nähmaschinen-Kenntnisse haben alle Männer bei Stieg op. „Wir kaufen keine fertigen Drachen“, sagt Heyduck. „Jeder gestaltet sein eigenes Design.“

 Zum kommenden Workshop Ende Februar planen die Mitglieder eine Gemeinschaftsaktion. Dabei sollen 15 große Fledermaus-Drachen entstehen mit einer Spannweite von jeweils 3,50 Metern. „Die Flügel werden sich im Wind bewegen“, erläutert Wulf Bladt, der stellvertretende Vorsitzende, das Konzept. Außerdem erhalten die Fledermäuse ein Reflektorband, so dass sie beim Anstrahlen im Dunkeln leuchten. Frühestens beim Osterfliegen am Eckernförder Südstrand, spätestens aber beim Himmelfahrts-Fliegen in Rendsburg soll sich der Fledermaus-Schwarm erstmals in den Himmel erheben. „Vielleicht wird ja der Nabu auf uns aufmerksam“, scherzt Stieg op-Mitglied Ernst-Dieter Honermeier.

 Ob wenig oder viel Wind – die Drachenfreunde haben immer ein passendes Flugobjekt parat. „Das reicht vom Leichtwind-Drachen bis zur Sturm-Box“, verdeutlicht Heyduck. Er selbst ist in den 90er Jahren zum Drachenfliegen gekommen. „Meine Frau schenkte mir damals einen Lenkdrachen, damit nahm das Drama seinen Lauf.“ Der Verein beschäftigt sich allerdings hauptsächlich mit Einleinern, die – einmal in die Höhe gebracht – am Himmel stehen. Hier toben sich die Mitglieder mit kreativen Gestaltungen aus und schätzen die Geselligkeit bei den Drachen-Treffen. Ideale Flugreviere sind die breiten Strände der Nordsee. „Das Fanö-Festival ist Pflicht“, sagt Heyduck. Und Bladt ergänzt: „Einen bis zu 16 Quadratmeter großen Drachen in die Luft zu bringen, das hat schon was“.

 Der Drachen-Spaß kann für Kinder schon mit einfachen Mitteln beginnen. Transparentpapier, zwei Leisten und Tüdelband sind die Zutaten. Sogar ein DIN-A-4-Papier lässt sich in die Luft bringen. Baupläne finden sich im Internet oder in entsprechenden Bastelbüchern. Für Kindertagesstätten und Schulen gibt der Verein Stieg op auch Workshops.

 Damit der Drachen gut fliegt, ist eine Vorspannung von Vorteil, die eine leichte Wölbung bewirkt. Ein Schwanz ist nicht zwingend, stabilisiert aber die Fluglage. Für den Anfang ist ein sogenannter Eddy (klassische Drachenform) ein idealer Einstieg. Wichtig ist die richtige Waage der Schnurverbindung, damit sich der Drachen an den Wind stellen kann. In die Luft bringt man den Drachen am besten zu Zweit: Einer hält die Haspel mit der Schnur in der Hand, der andere den Drachen. Dabei sollte man genug Leine lassen und den Wind im Rücken haben.

Der Drachenverein trifft sich jeden Donnerstag, 18 Uhr, in der Eckernförder Pestalozzischule. Gäste sind willkommen. Infos im Internet: www.stieg-op.com

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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