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Der Fisch fängt an zu schwimmen

Green Screen Der Fisch fängt an zu schwimmen

„Eine Ameise fällt ins Wasser. Kleiner Fisch frisst Ameise. Großer Fisch frisst kleinen Fisch. Vogel frisst Fisch.“ Das Drehbuch für den Film, der derzeit in den Räumen der Eckernförder Volkshochschule entsteht, wurde mit Kreide an eine Tafel geschrieben.

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Ein begeisterungsfähiges Filmteam: Hannes, Joris, Workshop-Leiter Marco Giese, Jens, Rasmus, Hendryk und Conrad (von links).

Quelle: Uwe Rutzen

Eckernförde. Es sind nur wenige Sätze, die dort stehen. Mehr wird nicht benötigt. „Wir haben die Geschichte im Kopf“, sagt Conrad. Der 13-Jährige ist einer von acht Teilnehmern eines Trickfilm-Workshops, den der Landesverband Jugend und Film auf Initiative von Angelika Rau aus dem Vorstand des Fördervereins Green Screen im Rahmen der Aktion Ferienspaß in Eckernförde anbietet.

 Marco Giese ist sichtlich beeindruckt. „Alle arbeiten unglaublich konzentriert“, lobt der Real- und Animationsfilmer, der den Workshop leitet. In Hamburg, wo der 48-Jährige lebt, sei so etwas kaum denkbar. Da reiche die Konzentration der Kinder zumeist nicht länger als eine halbe Stunde. In den beiden Räumen der örtlichen VHS, die für den Workshop zur Verfügung stehen, herrscht hingegen eine quirlige Betriebsamkeit. Während Rasmus (10) und der elfjährige Jens die Unterlage für die nächste Szene malen und zurechtschneiden, sitzen Hendryk (11) und der gleichaltrige Hannes am Laptop, um die Szene vorzubereiten. Angst vor der Technik kennen sie nicht. Das Programm, mit dem sie arbeiten, heißt Anima-Shooter-Capture. Bis vor wenigen Tagen war es ihnen noch komplett unbekannt. Inzwischen hantieren sie damit, als sei es ihnen in die Wiege gelegt worden. Die Technik hat der Landesverband Jugend und Film zur Verfügung gestellt – nicht nur die Kameras und Laptops, sondern auch Scheinwerfer und Mikrofon.

 Ausgangspunkt für den Film, an dem täglich von 10 bis 16 Uhr gearbeitet wird, ist die Trailermusik des Green-Screen-Festivals. Die Idee für die Produktion haben die acht jungen Teilnehmer selbst erdacht. Gezeigt wird der Kreislauf von Fressen und Gefressenwerden in der Natur. „Die Fantasie kennt keine Grenzen“, erzählt Marco Giese lachend. Nur selten wird er um Rat gefragt. Die jungen Trickfilmer agieren sehr selbstständig. Aus Papier, Pappe, Stoff, Fellen und Farben wird der Hintergrund gemacht. Auch Ameisen, Fische, Vögel und alle anderen Tiere, die mitwirken, sehen beeindruckend echt aus.

 Sie gilt es nun in Bewegung zu setzen. Und das, so sagt Marco Giese, ist harte Arbeit. Denn die Protagonisten müssen per Hand Zentimeter um Zentimeter bewegt werden. Zum Beispiel der große Fisch. Damit er sich im Film bewegt, sind zwölf verschiedene Bilder pro Sekunde erforderlich. So entsteht am Ende der Eindruck, dass er sich flott durchs Wasser bewegt. Das Gleiche gilt auch für die anderen Tiere, für Wolken und die Pflanzen.

 Am Freitag soll der Film fertig sein. Für 15 Uhr ist die Premiere im Künstlerhaus an der Ottestraße vorgesehen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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