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Nicht nur zur Jagd ins Horn geblasen

Dänischenhagen/Gettorf Nicht nur zur Jagd ins Horn geblasen

Früher gehörte das Horn zu den unverzichtbaren Bestandteilen bei der Jagd. Ertönten Signale wie „Hahn in Ruh“, „Halt“ oder „Fuchs tot“ im Wald, war die ganze Gesellschaft im Bilde. Heute sucht das Jagdhornbläserkorps neue Mitglieder. Mitmachen kann jeder, denn es gibt auch Anfängerkurse.

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Töne, die unter die Haut gehen: Hans-Jürgen Tank (rechts), Leiter des Jagdhornbläserkorps Dänischer Wohld, unterrichtet Ulf Weinreich, Johanna Carl, Imke Johannmeyer und Johanna Wagner (von links) im Umgang mit dem traditionellen Instrument.

Quelle: Jan Torben Budde

Dänischenhagen/Gettorf. „Heutzutage sind oft Smartphones statt Jagdhörner im Einsatz“, sagt Hans-Jürgen Tank aus Gettorf. Trotzdem gehört das Blasinstrument für den musikalischen Leiter des Jagdhornbläserkorps Dänischer Wohld längst nicht zum alten Eisen. Die Gruppe besteht nun 50 Jahre – und sucht neue Mitglieder, die weder Jäger sein noch ein Musikinstrument beherrschen müssen.

Mittwochabend, 18 Uhr, im Kaltenhofer Feuerwehrhaus in der Gemeinde Dänischenhagen. „Wir blasen jetzt die ersten drei Töne C, G und E“, erklärt Tank. Vier Anfänger unterrichtet der 62-Jährige im neuen Kursus, der durchaus mehr Interessierte vertragen kann. „Die Lippen stramm halten und durch die Mundwinkel Luft holen“, belehrt er die Schützlinge, die auf Fürst-Pless-Hörnern blasen. Es sind allesamt Jäger. Imke Johannmeyer (22) erwarb den Schein im vergangenen Jahr. Warum nun ausgerechnet Jagdhornblasen? „Eine Arbeitskollegin brachte mich auf die Idee“, erzählt die Holtseerin. Zudem spielte familiärer Einfluss eine Rolle: Ihr Vater ist Jagdhornbläser. Ungewöhnlich oder altmodisch findet die junge Frau das Hobby nicht. „Mein Bekanntenkreis ist jagdlich geprägt“, so Imke Johannmeyer. Ein Instrument beherrsche sie bisher nicht. „Ich gehe da locker ran“, sagt sie.

Wie lange dauert es, bis ein Anfänger Jagdhorn spielen kann? „Bis zur Konzertreife ist es ein weiter Weg“, sagt Tank schmunzelnd. Doch ein Landwirt beherrschte das Instrument innerhalb eines halben Jahres. „Er hatte Talent und war fleißig“, so der Gettorfer, der zu den Gründungsmitgliedern gehört. Sein Vater Heinrich war der erste Leiter der Bläsergruppe. Erst im vergangenen Jahr hängte der 87-Jährige das Jagdhorn an den Nagel. 17 Mitglieder aus der ganzen Region gehören der Bläsergruppe laut Hans-Jürgen Tank an. Sie treten zur Hubertusmesse in der Gettorfer St.-Jürgen-Kirche und auf Weihnachtsmärkten auf, waren sogar schon beim Bundesbläserwettbewerb in Darmstadt-Kranichstein. Zudem gibt es eine siebenköpfige Kindergruppe.

„Es ist das ehrfurchtvollste Instrument neben der Orgel“, begründet Johanna Wagner (27) ihr Interesse am Jagdhorn. Bei einer Treibjagd gehöre es dazu. Es gehe durch Mark und Bein, wenn das Jagdhorn erklinge, so die Agraringenieurin aus Borgwedel. Ulf Weinreich (28), Student der Agrarwissenschaften und Jäger, möchte das Brauchtum pflegen. „Außerdem kann man nette Leute kennen lernen und sich über die Jagd austauschen“, sagt Johanna Carl (32) aus Holtsee.

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