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Frischer Wind in den Artotheken

91 geschenkte Grafiken Frischer Wind in den Artotheken

Originale Kunst, erschwinglich für jedermann – das ist der Grundgedanke der Artotheken. Dank der Schenkung eines Kieler Privatsammlers können jetzt 91 neue Grafiken den Bilderleihen in Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt werden.

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Die Eckernförder Artothek frischt ihren Bestand auf: Betreiber Norbert Weber zeigt eine Grafik des Künstlers Otmar Alt, die aus einer Schenkung an den Landesverband stammt.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Aufbereitet für die Ausgabe werden sie vom Betreiber der Eckernförder Artothek und Landesverbandsvorsitzenden, Norbert Weber. „Ein paar Perlen“ aus den Neuzugängen werde er auch in Eckernförde anbieten, sagt er. Beispielsweise eine Grafik des Künstlers Otmar Alt. Der sei schon eine Nummer in der deutschen Kunstszene. In Eckernförde hatte Alt sich vor Jahren an der Engelaktion beteiligt. Der von ihm gestaltete Himmelsbote ziert heute das Dach der Alten Post in der Kieler Straße. Weitere Künstler, die künftig die Artotheken bereichern werden, sind Sigmar Polke, Norbert Prangenberg und Günter Fruhtrunk. Auch der britische Pop-Artist Eduardo Paolozzi ist dabei.

 Doch bevor die Grafiken in den Verleih gehen, müssen sie sachgerecht aufbereitet werden. Eine Aufgabe, die der Eckernförder Galerist und Kurator Weber übernommen hat. Die Landesregierung fördert das Projekt mit 8000 Euro. Dafür müssen die 91 Grafiken inventarisiert und aufwändig mit Passepartouts, Befestigungen und Rahmen versehen werden. „Wie für eine museale Sammlung“, erläutert Weber. So kommt nur chlor- und säurefreier Museumskarton für die Passepartouts zum Einsatz, um die wertvollen Blätter langfristig zu schützen. Die Ausschnitte im Schrägschnitt werden per Hand mit einem Spezialmesser ausgeführt.

 „Die Schenkung ist ein Segen“, sagt Weber. Denn es gebe viele Artotheken, die bedürftig seien, die ihre Bestände aufgrund fehlender Mittel nicht genügend erneuern könnten. Eckernförde ist im Vergleich mit rund 600 Grafiken für eine kleine Stadt gut ausgestattet – dank des Engagements des Galeristen und Kunstdruckers Weber. Verdienen lässt sich mit der Bilderleihe nichts. „Aber ich mach’ das gerne“, betont der Eckernförder. Für 2,50 Euro kann sich jedermann für zwei Monate ein Bild ausleihen. 15 Euro kostet es im Jahr. Dafür wird es fertig im Rahmen mit Transportkarton zur Verfügung gestellt.

 300 bis 400 Bilder werden laut Weber pro Jahr in der Eckernförder Artothek ausgeliehen. Das reicht von der Nutzung im heimischen Wohnzimmer bis zu der in Büros. „Etwa die Hälfte der Kunden sind Privatpersonen, die andere Institutionen und Praxen.“, sagt der Artotheken-Betreiber. Die durchschnittliche Ausleihdauer beträgt sechs Monate. Seit 35 Jahren besteht die Bilderleihe in der Eckernförder Galerie Nemo im alten Bootshaus neben der Stadthalle Eckernförde. Ein Jahr zuvor startete die Kieler Einrichtung ihren Betrieb. Im Landesverband Schleswig-Holstein sind derzeit elf Artotheken zusammengeschlossen.

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Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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