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Viel Besuch für Tapir & Co

Gettorfer Tierpark Viel Besuch für Tapir & Co

Weniger Tageskarten, dafür aber mehr Saisonkarten: Unterm Strich zählte der Tierpark Gettorf im vergangenen Jahr etwas mehr Besucher als 2014. Insgesamt waren es 125000. „Damit können wir zufrieden sein. Auch 2014 war schon ein gutes Jahr“, bilanzierte jetzt der geschäftsführende Gesellschafter, Jörg Bumann.

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Tierpark-Chef Jörg Bumann und Biologin Gabriele Ismer besuchen Papa Rüdiger und sein noch namenloses Junges, das am 27. November geboren wurde, im Tapir-Gehege.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Gettorf. Der 32-Jährige ist der Enkel von Karl-Heinz Bumann, der den rein privat unterhaltenen Zoo 1968 gründete. Auch aus zoologischer Sicht war 2015 für den Tierpark ein gutes Jahr. Besonders stolz sind die beiden Biologinnen Dr. Gabriele Ismer und Dr. Silke Plagmann auf zwei erfolgreiche Nachzuchten bei den Schopfmakaken. Bei den Tapiren sorgten Rüdiger und Jule für Nachwuchs. Ihr Junges, das noch keinen Namen hat, kam am 27. November auf die Welt.

 Gabriele Ismer, die bereits seit über 20 Jahren sozusagen die Kuratorin des Tierparks ist, muss aktuell gerade alle vierbeinigen und auch geflügelten Bewohner zählen. Auch ein Zoo kommt um eine Inventur nicht herum. „Bei den Schimpansen geht das ganz schnell, bei den Wellensittichen und bei den Ziegen ist das schon schwieriger“, sagt sie. Die 48-Jährige sieht ihre Aufgabe auch darin, die Besucher für den Tier- und Naturschutz zu sensibilisieren und darüber aufzuklären, was Naturverbrauch und Naturzerstörung mit sich bringen. Viele der rund 750 Tiere, die auf dem Gelände an der Gettorfer Süderstraße ihr Zuhause haben, stehen längst auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

 Wirtschaftlich gesehen ist der Winter die schwierigste Jahreszeit für den Tierpark. Auf der einen Seite gibt es weniger Einnahmen, auf der anderen Seite stehen höhere Aufwendungen für Energie und Futter. Außerdem wollen die übers Jahr durchschnittlich 50 Mitarbeiter pünktlich ihren Lohn auf dem Konto haben. „Erstmals seit der Euro-Einführung 2002 mussten wir 2015 die Eintrittspreise erhöhen“, so Jörg Bumann. Zehn Euro für ein Erwachsenen-Tagesticket – der Tierpark-Chef räumt ein, dass dies im Vergleich zum Berliner Zoo (13 Euro) recht hoch erscheinen mag. „Aber der Berliner Zoo bekommt Millionenzuschüsse aus Steuergeldern, wir nicht einen Cent“, sagt der 32-Jährige.

 Um den Besuchern immer wieder etwas Neues bieten zu können – aber auch, um die Unterbringung der Tiere zu verbessern – wird ständig investiert. Vor knapp einem Jahr wurde die Erdmännchen-Anlage eröffnet. Die drolligen Gesellen haben sich nach Auskunft Ismers gut eingelebt und sind bei den Besuchern die absoluten Lieblinge.

 Auf ein neues, schöneres Zuhause mit großem Außenbereich dürfen sich auch die Schopfmakaken freuen. Der Rohbau steht bereits. Und auch an die Zweibeiner wurde gedacht: Jörg Bumann hat einen Hotspot mit kostenlosem W-Lan eingerichtet. Auch eine Facebook-Seite zeugt davon, dass der Tierpark jetzt einen jungen, den neuen Medien gegenüber aufgeschlossenen Geschäftsführer hat.

Schopfmakaken werden in Deutschland übrigens nur in vier Zoos gehalten, und lediglich die Tierparks in Gettorf und Darmstadt züchten erfolgreich mit diesen Primaten. Im Jahr 2015 gelang in Gettorf gleich zweimal eine Nachzucht. Am 19. Juli brachte Schopfmakaken-Mama Kendari den kleinen Louis auf die Welt, am Montag nach Weihnachten erlebte Kiribati Mutterfreuden. Das Geschlecht des Schopfmakaken-Babys lässt sich noch nicht genau bestimmen.

 Der Vater war in beiden Fällen Malino, der im Oktober 2014 von einem Tierpark auf der englischen Kanalinsel Jersey nach Gettorf kam – „sehr zur Freude unserer Schopfmakaken-Weibchen“, wie Dr. Gabriele Ismer, biologische Mitarbeiterin des Tierparks, augenzwinkernd verrät. Die Heimat der Schopfmakaken, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten sehen, ist die indonesische Insel Sulawesi (früher Celebes). bki

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Ein Artikel von
Burkhard Kitzelmann
Eckernförder Nachrichten

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