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Fans wollen eine Rolle spielen

Casting in Eckernförde Fans wollen eine Rolle spielen

„Rico und Oskar“ kommen in den Norden. Fast zeitgleich zur Kinopremiere des zweiten Abenteuers der ungleichen Freunde beginnen in Kürze die Dreharbeiten für das dritte Abenteuer mit dem Titel „Rico und Oskar und der Diebstahlstein“ – in Schleswig-Holstein. Auf der Carlshöhe bittet Kirsten Schultz von der Agentur Komparsenfischer am Sonntagmorgen zum Casting und wird fast überrannt.

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Nieke (8) möchte sich gern einmal als Komparsin versuchen. Sie tritt mit Startnummer 96 an, Fotograf Marvin Winther hält sie im Bild fest.

Quelle: Kai Pörksen

Eckernförde. Bereits eine Stunde vor dem Termin drängen sich die ersten Filmfans vor der Tür der Agentur auf der Carlshöhe 42. Im Dachgeschoss erobern sie den Konferenzsaal, dann herrscht gespannte Stille, bis Schultz mit den Formalitäten kommt. Gesucht werden Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche, und für die ist die Einverständniserklärung von Eltern, Schule, Hausarzt und Jugendamt nötig. Eine Menge Papierkram, der bis zum Mittwoch erledigt sein muss.

 Isabella Hennig (16) und Aina Sophie Schüen (17) stört das nicht. Sie sind aus Neugier gekommen, wollen „gucken, ob sich etwas ergibt“. Aina Sophies Bruder Sean (16) ist da schon zielstrebiger: Er hat bereits Erfahrung mit der Schauspielerei, ist in der Theater-AG der Jungmannschule und seit zweieinhalb Jahren in einem Theaterensemble. „Ich liebe es, in der Gemeinschaft etwas zu entwickeln“, sagt er. Auch Krischan Dingeldein (13) aus Gettorf hat schon mal geschauspielert. Er ist in der Film-AG der Isarnwohldschule Gettorf, und dort möchte man sich an das zweite Abenteuer „Rico und Oskar und die Tieferschatten“ wagen, für das der Autor Andreas Steinhöfel den Erich-Kästner- und den Deutschen Jugendliteraturpreis bekommen hat.

 Kirsten Schultz ist mit ihrer Komparsen-Agentur offenbar in eine Lücke gestoßen. „So etwas gab es nicht in Schleswig-Holstein“, sagt sie, dabei sei das Land als Drehort begehrt. So castet sie an diesem Vormittag auch gleich für den nächsten „Tatort“ mit Kommissar Borowski alias Axel Milberg. Erfahrung mit Film und Fernsehen hat die 47-Jährige genug, 20 Jahre arbeitete sie als Aufnahme- und Produktionsleiterin. Und sie weiß, wie der Hase läuft. Da wird nicht lange diskutiert, die Anweisungen kommen charmant, aber präzise.

 Gut 60 Formulare sind in Eckernförde schnell ausgefüllt. In Schleswig waren es vergangene Woche 250 Anwärter auf Rollen, die nicht honoriert werden, aber anstrengend sein können: Zehn Stunden täglich können vergehen, bis eine Szene im Kasten ist. Für Ulrich Ollenschläger nichts Abschreckendes. Der 65-Jährige aus Eckernförde hatte seinen ersten Job beim „Spiel ohne Grenzen“ Anfang der 70er. „Mich hat das nie wieder losgelassen“, schwärmt er von der Tätigkeit als Komparse.

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