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Wildbestände „an oberer Kante“

Kreisjägerschaft tagte Wildbestände „an oberer Kante“

Die Kreisjägerschaft Eckernförde rechnet 2016 mit einer Zunahme von Wildschweinen. Es gebe jetzt viele Bachen mit Frischlingen, erklärte der Vorsitzende Otto Gravert am Rande der Mitgliederversammlung in Eckernförde. Sogar ausgesäte Maiskörner würden gefressen.

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Das vergangene Jahr bilanzieren (von rechts) Öffentlichkeits-Obmann Uwe Jacobi, Kreisjägerschaftsvorsitzender Otto Gravert und Hans-Jürgen Langbehn, Leiter der Hegegemeinschaft Dänischer Wohld/Hütten/Sehestedt.

Quelle: Christoph Rohde

In den vergangenen vier Jahren ist der Wildschweinbestand nach Angaben der Jägerschaft „relativ stabil“ geblieben. Die Strecke der geschossenen Tiere im Altkreis bewegt sich um die 350 herum. Auch die Strecken von Rehwild (2808) und Damwild (1649) liegen in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Generell seien alle Bestände „an der oberen Kante“, so Gravert. Die Jäger dürften sie nicht weiter anwachsen lassen, sonst drohten Schäden in der Land- und Forstwirtschaft.

 Die Abschussquote für Damwild wird inzwischen flexibel gehandhabt – je nach Zug der Rudel. Das Gleiche soll künftig für Rehwild gelten. Geplant sei es, die Abschussregelung für Rehwild in die Eigenverantwortung der Jägerschaft zu legen, informierte Hegegemeinschaftsleiter Hans-Jürgen Langbehn. Die von einer Seuche heimgesuchten Wildkaninchen haben sich laut Gravert wieder stark erholt. Weiterhin Sorgen bereiten hingegen die Bestände von Fasan und Rebhuhn, die seit dem Schneewinter 1978/79 bei weitem nicht wieder die alten Zahlen erreicht haben.

 Als Zuwanderer hat sich der Marderhund stark vermehrt. Laut Langbehn frisst er nicht nur die Eier von Bodenbrütern wie Fasan und Ente, sondern ist auch Überträger des Dunkerschen Muskelegels, der beispielsweise Wildschweine infiziert. Die Strecke des Marderhunds, dem die Jäger hauptsächlich mit Fallen nachstellen, stieg von elf (2012/13) auf jetzt 207 Exemplare. Ebenfalls zu einem wachsenden Problem sind aus Jägersicht die gehäuft auftretenden Kanada- und Graugänse geworden. Der Wolf ist dagegen im Altkreis Eckernförde noch unauffällig. Zwar hat es mehrere Sichtungen gegeben, aber noch keine Schäden.

 Die gute Nachricht für Autofahrer: Die Zahlen von Fallwild sind leicht rückläufig, liegen derzeit bei 23 Prozent (Rehwild) und 15 Prozent (Damwild) der Gesamtstrecke. Von den Investitionen in Wildwarnreflektoren hatte sich die Jägerschaft eine stärkere Abnahme erhofft. Die Reflektoren wirken allerdings vor allem auf freier Fläche und kaum in Waldstücken oder an Knicks. Nach wie vor gilt der Appell der Jäger: „Dort, wo Brunftschilder oder Reflektoren stehen: runter vom Gas“, so Öffentlichkeitsobmann Uwe Jacobi. Besonders an der B203 Richtung Loose, an der B76 bei Gut Schnaap und bei Neudorf-Bornstein sowie an der L44 bei Holtsee ist mit Wildwechsel zu rechnen.

 Auf dem Schießstand Baumgarten der Kreisjägerschaft läuft nach der Sanierung bleibelasteter Erde jetzt wieder das Schießtraining an – zunächst auf Tontauben. Nach dem Bau eines Kugelfangbunkers startet demnächst auch das Kugelschießen. Rund um den Schießstand sind zwei Hektar Naturfläche entstanden. Geschossen wird inzwischen mit Eisen- statt Bleimunition. Mit der Effektivität sind die Jäger laut Jacobi allerdings „noch nicht so ganz zufrieden“. Froh ist die Kreisjägerschaft hingegen über jüngeren Nachwuchs. Dies sei auch ein Erfolg von Aktionen wie „Lernort Natur“ im Hegelehrrevier Grönwohld. Auch dieses Jahr sind dafür über 200 Kinder angemeldet.

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Ein Artikel von
Christoph Rohde
Eckernförder Nachrichten

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